von unserer Mitarbeiterin 
teresa Hirschberg

Kloster Banz — Vom großen Fernweh eines Franken erzählt die Kunstausstellung "Unterwegs mit Herzog Maximilian in Bayern. Malerische Ansichten aus Europa und dem Orient von Carl Theodor von Buseck". Zehn Ölgemälde und sieben Aquarelle ziehen als Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen für fünf Wochen in die Ausstellungsräume des Museums.
Wann immer er einen Anruf von Museumsleiterin Brigitte Eichner-Grünbeck erhalte, gehe es um Geld, scherzt Landrat Christian Meißner (CSU) in seinen Begrüßungsworten zur Vernissage am Freitagabend. Da es sich dabei aber um ausnahmslos gute Ideen handele, stelle er ihr die Finanzspritze zur Realisierung der Projekte gerne zur Verfügung. "Wenn man Kloster Banz im Abendsonnenschein sieht, wird einem klar: Sowas hat nicht jeder. Deshalb ist es wichtig, das Museum für Besucher erlebbar und begehbar zu machen."
"Von Herzog Maximilian und seiner Orientreise hört jedes Schulkind, aber Carl Theodor von Buseck war mir bis vor einigen Wochen noch unbekannt", gibt Bürgermeisterin Sabine Scheer (JB) zu. Sie freue sich besonders darüber, dass die bisher unveröffentlichten Werke des Bamberger Künstlers in Kloster Banz zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Passend zum passionierten Musiker Herzog Maximilian - auch "Zither-Maxl" genannt - begleitet Gerwig Zrenner die Ausstellungseröffnung an der Zither.
Historische Infos über den Künstler Carl Theodor von Buseck seien mehr als spärlich und könnten einzig aus seinem malerischen Oeuvre sowie dem herzoglichen Tagebuch rekonstruiert werden, erklärt Kurator Alfred Grimm vom Bayerischen Nationalmuseum. Auslöser für die Orientreise Maximilians im Jahr 1838 war die Geburt seiner Tochter Sissi und die damit verbundene Befürchtung, nun zum gemütlichen Couch-Potato zu mutieren: "Nichts wie hinaus aus diesem bequemen Alltag!", schrieb der Herzog dazu.


Alle markanten Gebäude ins Bild

Sein Freund und Weltenbummler Carl Theodor schloss sich gerne an. Beruflich war Buseck "Wirklicher Kämmerer" und gehörte zum Malteserorden, die Malerei verfolgte er nur als Autodidakt. Trotzdem wurde er besonders für seine meisterhaften fränkischen Landschaftsansichten bekannt. Zusammen mit seinem Bruder Friedrich und Herzog Maximilian besuchte er unter anderem Frankreich, Italien, Portugal, Griechenland oder Skandinavien. Für seine gezeichneten Panoramaansichten orientierte er sich an der Technik der italienischen Canaletto-Künstler und zog die Städte malerisch so zusammen, dass alle markanten Gebäude in ein Gemälde passten. Die Werke blieben zunächst in Busecks Wohnsitz in Burgellern und gelangten schließlich in den Besitz der späteren Schlosseigentümer, der Familie des Oberleutnants Gottlieb Hertschik. Seine Nachkommen teilten die Gemälde schließlich unter sich auf, erzählt Erbin Adelheid Jonas. "Es fiel schon schwer, sich für die Ausstellung von den Bildern zu trennen. Aber so können sie zusammenbleiben und werden nicht in alle Winde zerstreut."
Die Ausstellung kann noch bis zum 30. November täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, ab November von 10 bis 16 Uhr besucht werden.