Wie wird sich der Klimawandel auf unsere Natur auswirken? Diese Frage stellten sich wohl alle Teilnehmer, die sich mit Revierförster Christoph Winkler von den Bayerischen Staatsforsten in den Wallenfelser Forst oberhalb von Neumühle aufmachten. Dessen Forstrevier erstreckt sich auf 1780 Hektar von der Ködeltalsperre bis Premeusel bei Presseck sowie von Wallenfels bis Meierhof.

Als einziges Revier im Forstbetrieb Nordhalben dehnt es sich in drei Landkreise aus (Hof, Kronach, Kulmbach). Dominiert wird die Waldfläche von Nadelholz und nur 25 Prozent der Bäume sind Laubholz.

Der Klimawandel mit zu trockenen und zu warmen Jahren ist, so der Waldfachmann Winkler, deutlich zu spüren. Bei der Wanderung durch sein Revier war es mehr als anschaulich, teilweise ja sogar bedrückend, wie sich bei weiteren Trocken- und Hitzeperioden unser waldreicher Frankenwald verändern wird.

Mit wissenschaftlichen Schaubildern wurde vom Förster dargestellt, wie sich ein weiterer Temperaturanstieg auswirkt. Deshalb gelte es, schon heute den Baumbestand der Wälder umzubauen. Besonders Standorte, auf denen die Fichte sowieso schon immer Schwierigkeiten hatte, sind jetzt nicht mehr geeignet. Besonders sonnige Südhänge seien davon betroffen. Mit großem Aufwand stellen sich die Bayerischen Staatsforsten der Aufgabe des Waldumbaus.

Der engagierte Revierförster erläuterte, wie aufwendig es ist, einen dichten Fichtenbestand nach und nach mit Weißtannen zu besetzen. Auch den Nutzwert von Totholz in den Wäldern zeigte er anschaulich auf. Zudem seien die Privatwaldbesitzer gut beraten, langfristig zu denken und ihre Flächen ebenfalls umzuwandeln.

Nach Rodungen setzt sehr schnell ein Bewuchs mit Pionierpflanzen wie Birken und Haselnuss ein. Auch Fichten würden sich sehr schnell wieder ansiedeln, was langfristig eigentlich nicht mehr sinnvoll sei.

Man könne aber heute noch nicht mit Gewissheit sagen, welche Baumarten sich dauerhaft in Mitteleuropa durchsetzen werden.

Bei der Wanderung war erstmals auch Naturparkranger Jan van der Sant dabei. Er stellte sein Aufgabengebiet vor brachte sich mit vielen interessanten Informationen über die Tierwelt ein. Im Forstrevier Wallenfels sind fünf Brutnester des seltenen Schwarzstorches bekannt, welche regelmäßig Bruterfolge hervorbringen. Auch das Vorkommen von Wildkatzen sei belegt.

Eine seiner wichtigsten Aufgaben werde es sein, Kinder und Jugendliche für die Natur zu begeistern, so der Ranger.

Jürgen Schlee