Etwas abgekämpft sitzt Martin G. Schicht vor seinem Spaghettieis auf dem Kulmbacher Marktplatz, mehrere Stunden Autobahnstau hängen ihm im Kreuz. Doch wenn er über sein Projekt reden darf, blitzen seine Augen.

Der bildende Künstler, der in Zürich und Berlin arbeitet, hat nämlich im Kulmbacher Landkreis etwas ganz Besonderes vor: Ein digitales Land-Art-Projekt unter Einbeziehung von drohnengestützter Luftbildarchäologie. Was auf den ersten Blick sehr trocken anmutet, ist ein spannendes Kunstprojekt, das in die Zukunft weist.

"Bei diesem künstlerischen Projekt lege ich ein Bodendenkmal mittels einer Eingrabung an", erläutert Schicht. Kern ist ein Acker in Feldbuch bei Rugendorf, der zum Kubelikhof gehört.

Archäologie einmal anders

Archäologie also umgekehrt, von der Geschichte entkoppelt und mit der Zukunft verbunden. "Das Projekt ist für ‚ewig'", erklärt der Künstler, der Acker werde im Anschluss ganz normal weiterbewirtschaftet. Wichtig war Martin G. Schicht, viele junge Menschen in das Kunstprojekt mit einzubinden. "Junge Menschen leben länger, sie erinnern sich daher länger." Wenn es gelinge, das Projekt in ihr Gedächtnis einzutragen, werde es weiter in die Zukunft reichen können. "Das soll am morgigen Sonntag geschehen." Schüler des Caspar-Vischer-Gymnasiums haben mit ihrem Kunstlehrer Andreas Schobert Plakate entwickelt und einen kleinen Film gedreht.

Morgen ist Ausstellung

Weitere 70 Gymnasiasten aus dem Aargau in der Schweiz haben unter Schichts Anleitung Tonpostkarten mit einer Botschaft an die Zukunft hergestellt. Diese werden dann auch bei der Eingrabung in die Erde gebracht.

Morgen von 11 bis 13 Uhr können interessierte Besucher die Arbeiten der Schüler in Feldbuch auf dem Kubelikhof im Rahmen einer Ausstellung betrachten. Außerdem informiert Martin G. Schicht über das darauffolgende Eingrabungsprojekt. Zur Ausstellung legt DJ Oliver Schmid auf, für Getränke ist gesorgt.

Das Projekt "In Zukunft Zukunft" entsteht in Kooperation zwischen Martin G. Schicht, Anna und Gudrun Kubelik sowie Andreas Schobert. Es wird gefördert durch "Neustart Kultur", die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die "Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung".