Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Frauen und Männer, die bisher im Bistum Würzburg die Ausbildung zu ehrenamtlichen Gottesdienstbeauftragten absolviert haben, die Gesamtzahl von 2000 Personen erreicht. Rund 1100 davon sind aktuell im Dienst. Sie leiten Wort-Gottes-Feiern, aber auch viele andere liturgische Feiern wie Andachten, Segens- und mancherorts auch Begräbnisfeiern. "Mehr und mehr sorgen Gottesdienstbeauftragte auch für eine qualitative Sicherung der Liturgie in den Pfarreiengemeinschaften und den sich bildenden Pastoralen Räume. Als Mitglieder von Liturgiekreisen und anderer Räte gestalten sie den Jahreslauf mit", erklärt Pastoralreferent Bernhard Hopf, Referent für Liturgie und liturgische Bildung.

Gottesdienstbeauftragte, oder wie sie früher genannt wurden Wortgottesdienstleiter, sind eine Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Würzburger Synode. Nach dem Konzil (1962 bis 1965) wurde die Liturgie der katholischen Kirche neu geordnet. Dabei wurde auch die Wort-Gottes-Feier als ergänzende liturgische Form für die Gemeinden empfohlen. "Bis heute haftet der Wort-Gottes-Feier dieses Stigma an, und vielen fällt es schwer, die Wort-Gottes-Feier als eigenständige Gottesdienstform zu sehen. Damals ging man ganz selbstverständlich davon aus, dass mit der Feier eine Kommunionspendung verbunden wurde", sagt Hopf.

Domkapitular Josef Pretscher konzipierte Ausbildungskurse für Ehrenamtliche, die sie zur Leitung der neuen Gottesdienstformen befähigten. Frauen und Männer wurden gesucht, die im Eigenstudium elf Lehrbriefe durcharbeiten mussten. Nach jedem Lehrbrief traf man sich mit einem Mentor, der zu dieser Zeit ausschließlich aus der Priesterschaft stammte. An den ersten Kursen nahmen bis zu 30 Personen teil.

"Unter Bischof Dr. Paul-Werner Scheele wurde der Dienst der Gottesdienstbeauftragten weiter entwickelt und vor allem im Dialogprozess ,Wege suchen im Gespräch' als wichtiger Dienst für eine vielfältige Feier der Liturgie im Bistum etabliert", erklärt Hopf. Als Weihbischof Bauer 2004 Diözesanadministrator wurde, übernahm Domkapitular Dr. Helmut Gabel, ab 2020 Weihbischof Ulrich Boom die Leitung der Beauftragungsfeiern.

Auch Laien als Mentoren möglich

Schon vorher wurde durch die Gründung des Liturgiereferats und die Bestellung von Hopf 2001 als Referent für die Wort-Gottes-Feier mit halber Stelle die Wichtigkeit des Dienstes für die Diözese bestätigt. Gleichzeitig wurde das Ausbildungsmaterial von Domkapitular Gabel, Hopf, Burkhard Hose und Dr. Stephan Steger überarbeitet. In das Kurscurriculum wurde neben den theologischen Grundlagen eine breite Praxisausbildung eingeführt. "Das wurde nötig, weil sich gerade in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts vielfältige liturgische Formen ausgebildet hatten", erläutert Hopf. Seit 1992 sind auch Laien als Mentoren möglich. Die Zahl der Gottesdienstbeauftragten im Bistum wuchs kontinuierlich und überschritt im Jahr 2000 bereit die 1000er-Marke.

"Immer wieder sorgten die Gottesdienstbeauftragten und die Wort-Gottes-Feier auch für Diskussionen innerhalb unserer Kirche", attestiert Hopf. Dabei habe sich gezeigt, dass die Theologie des Wortes Gottes in der katholischen Tradition zunächst neu hervorgehoben werden musste. "Die Frage, ob die reine Verkündigung von Gotteswort eine eigenständige Gottesdienstform ist, wurde mit dem ersten offiziellen Ritualbuch Wort-Gottes-Feier für die deutschen Bistümer 2004 eindeutig bejaht." Trotzdem sei die Frage nach der Verbindung der Wort-Gottes-Feier mit der Kommunionspendung bis heute ungeklärt.

Kurse für Gottesdienstbeauftragte können vom hauptamtlichen Seelsorgepersonal und von Interessierten mit den Diözesanbüros und dem Referat für Verkündigung und Liturgie installiert werden. Die Ausbildung wurde mit der Neuherausgabe des Ausbildungsmaterials von 2001 unter der Mitarbeit von Hopf, Michael Pfeifer und Liturgiereferent Steger neu geordnet. Sie findet in der Regel in den Regionen statt, damit die Frauen und Männer inhaltlich und räumlich nahe in ihren zukünftigen Wirkungsorten ausgebildet werden.

Info beim Referat Verkündigung und Liturgie, Mail: bernhard.hopf@bistum-wuerzburg.de, Tel.: 0931/386 420 51. pow