Seit nahezu fünf Jahren macht sich Professor Gerhard Schindler dafür stark, mit einer Gedenktafel am Neuenmarkter Bahnhofsgebäude auf die Geburtsstätte des ersten Sanitätsinspekteurs der Bundeswehr, Theodor Joedicke, hinzuweisen. Seine Bemühungen kommen nicht von ungefähr, denn Gerhard Schindler, 1942 im Sudetenland geboren, kam nach der Vertreibung mit seinen Eltern und Geschwistern 1951 in das Eisenbahnerdorf, wo sein Vater auch eine Anstellung am Bahnhof fand.
Nach dem Abitur in Bayreuth absolvierte Schindler seinen Militärdienst beim Gebirgsjägerbataillon 222 in Mittenwald, ab 1965 studierte er Medizin, um anschließend als Oberarzt der Reserve zu arbeiten. Seit 1983 ist er Professor für Radiologie an den Universitäten Tübingen und Würzburg.


Maßgebliche Rolle

Gerhard Schindler ist außerdem seit 1998 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesminister der Verteidigung. In dieser Funktion stieß der frühere Neuenmarkter auch auf die maßgebliche Rolle des ersten Sanitätsinspekteurs der Bundeswehr Theodor Joedicke (siehe Interview rechts auf dieser Seite). Schindler ist seit 2012 Sprecher dieses Gremiums und wird Ende März ausscheiden.
Dienstlich ist Schindler Theodor Joedicke nie begegnet, denn der ging am 30. September 1962 als Sanitätsinspekteur bei der Bundeswehr in den Ruhestand. Einen Tag später, am 1. Oktober 1962, trat Gerhard Schindler als Jäger in das Gebirgsbataillon 222 in Mittenwald ein.
Wir haben bei Landrat Klaus Peter Söllner, dem derzeitigen Vorsitzenden des Zweckverbandes Deutsches Dampflokomotiv Museum, nachgefragt, ob und wann man dem Wunsch von Professor Schindler nähertreten werde, am Bahnhofsgebäude, das jetzt im Eigentum des DDM-Zweckverbands steht, eine Gedenktafel für Joedicke anzubringen.


"Höchste Anerkennung"

"Zunächst einmal möchte ich die gründliche Recherche von Professor Schindler loben. Er hat einen großen Aufwand für die Darstellung von Dr. Theodor Joedicke betrieben. Dafür gilt ihm höchste Anerkennung", so der Landrat. Er werde diesen Antrag gerne im Zweckverband aufgreifen und eine Form finden, auf diese Persönlichkeit hinzuweisen. "Es ist eine interessante Geschichte, die mir bisher nicht bekannt war. Es ist aber auch unsere Pflicht, zunächst auch den Sachverhalt zu prüfen."
Was die Finanzierung angeht, will Gerhard Schindler bei verschiedenen Verbänden und Vereinen, die ein Interesse an der Geschichte der Gemeinde Neuenmarkt, der Eisenbahn und des Sanitätsdienstes der Bundeswehr haben, um finanzielle Unterstützung werben. "Ich will aber selber mit gutem Beispiel vorangehen und unabhängig davon die Finanzierung selbst bewerkstelligen."