Königsberg/Haßfurt — Es gibt gute Erlebnisse mit Asylbewerbern und anerkannten Asylbewerbern, sogenannten Asylanten. Davon berichtet die Caritas in Haßfurt und dazu gibt es ein schönes Beispiel aus Königsberg.
Sechs Asylbewerber aus Syrien leben seit einigen Tagen in einer Wohnung in Königsberg. Die sechs jungen Männer, die von Bürgermeister Claus Bittenbrünn in der Regiomontanusstadt willkommen geheißen wurden, sind bereit mit anzupacken, wie sich im Kontakt mit ihnen herausstellte. So bringen sie zurzeit im Auftrag der Stadt den inzwischen schon etwas in die Jahre gekommenen Bolzplatz bei Unfinden wieder auf Vordermann.
Am Mittwoch waren Ali, Yassin, Farham und Ebrahim dabei, die alte Farbe zu entfernen, um die Spielstätte dann wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Einer der Asylbewerber konnte wegen eines Krankenhausbesuchs, begleitet von einem Kollegen als Dolmetscher, nicht an der Aktion teilnehmen.


Sie helfen gern

In einem kurzen Gespräch mit unserer Zeitung machten die jungen Männer deutlich, dass sie gerne helfen und anpacken, wo sie dürfen und gebraucht werden, und, dass sie hoffen, in Deutschland bleiben zu können.
Inzwischen kümmern sich einige Königsberger Bürger um die ausländischen Neubürger. So unternehmen sie beispielsweise ihre ersten Schritte im Erlernen der deutschen Sprache; für den Unterricht hat sich ein Helfer gemeldet. Und auch der Sportverein hat, wie zu erfahren war, Kontakte zu ihnen geknüpft.
Aus Haßfurt meldet sich der Caritas-Kreisverband zu Wort und hebt stellvertretend für weitere Asylanten den lobenswerten Einsatz der anerkannten Asylbewerber Zaher Msallati, Am djed Schendel, Mahmoud Al Nouri, Ahmad Janal Eddin hervor. Sie haben als Muttersprachler und Dolmetscher wertvolle Hilfe als ehemalige Flüchtlingen für die aktuellen Flüchtlinge geleistet. In der vergangenen Woche wurden im Rahmen des Notfallplans der Regierung von Unterfranken 199 Hilfesuchende kurzfristig dem Landkreis Haßberge zugewiesen.
Die Familien mit Kindern, Alten und Jungen wurden in Notunterkünften untergebracht. Dabei erhielten die sehr engagierten deutschen haupt- und ehrenamtlichen Helfer überaus wertvolle Unterstützung von Flüchtlingen, die schon länger im Landkreis leben, wie die Caritas unterstreicht.
Die syrischen jungen Männer arbeiteten bereitwillig mit, packten an, schleppten, räumten ein und machten sich nützlich, wo sie gebraucht wurden. Sie sortierten im Nachgang zur Notfallunterbringung in der Haßfurter Turnhalle tagelang Kleidung und Spielsachen im Caritashaus, denn der Spendenaufruf hatte eine überwältigende Resonanz gefunden.


Wertvolle Übersetzungsdienste

Am wertvollsten aber waren die Übersetzungsdienste der ehrenamtlich tätigen Flüchtlinge für die neuen Asylsuchenden. Da die meisten Familien mit Kindern aus Syrien waren, wie die Caritas weiter schreibt, stellten besonders die arabisch sprechenden Flüchtlinge eine wichtige Hilfe für die Mitarbeiter von Caritas und Landratsamt dar. Sie übersetzten für ihre Landsleute und so entstand manches Missverständnis erst gar nicht oder wurde gleich aufgeklärt.
Unter anderem durch die geringeren Sprachbarrieren konnte die Gesundheitsversorgung und Umverteilung aus den Notunterkünften sehr reibungslos bewältigt werden. Den neu Angekommenen wurden dadurch nach den traumatischen Fluchterlebnissen die ersten Stunden und Tage hier sehr erleichtert.


Wohnraum fehlt

In dem Zusammenhang teilt der Kreis-Caritasverband außerdem mit, dass Wohnungen für anerkannte Asylbewerber, die in Deutschland bleiben dürfen und im Landkreis leben möchten, gesucht werden. Die Caritas richtet die dringende Bitte an Vermieter, sich bei Sabine Wagner von der Caritas-Wohnungsbörse "FairMieten" zu melden. Sabine Wagner ist erreichbar unter der Telefonnummer 09521/69123 oder per E-Mail: swagner@caritas-hassberge.de.
Da im Moment viele neue Flüchtlinge ankommen, werden die Plätze in den Unterkünften für diese Menschen gebraucht, die noch im Verfahren sind. Solange aber bereits anerkannte Flüchtlinge nicht ausziehen können, da es an alternativen Wohnangeboten fehlt, sind die Plätze nicht für nachkommende Asylsuchende frei. Die Caritas appelliert an alle, die Wohnraum frei haben, diesen zur Verfügung zu stellen. red/sn