Ältere Menschen glücklich machen, ihnen ein paar schöne Stunden bereiten, einfach nur, weil man da ist, mit ihnen spricht, einen Spaziergang un-ternimmt, gemeinsam Kuchen isst - das ist das, was Ursula Brehm, Sophie Söder und Sil-vana Gjino aus Bad Kissingen verbindet. Ein nicht alltägliches Hobby, aber "es macht auch einen selbst glücklich", sind sich die drei Damen einig, wenn sie von ihrem Engagement bei den Maltesern erzählen.

"Sie freut sich immer"

Alle zwei Wochen haben sie jeweils eine feste Verabredung mit einer Seniorin für eine bis anderthalb Stunden. "Die Zeit geht immer wie im Flug vorbei," so Ursula Brehm, die eine 84-Jährige besucht. "Sie freut sich immer, wenn ich komme. Dann reden wir über alte Zeiten, ich helfe ihr bei kleinen Handreichungen im Haushalt und seit Neuestem spielen wir immer ein kleines Wissensspiel." Auch die Seniorin, die von der 19-jährigen Sophie Söder besucht wird, freut sich - auch wenn sie nicht mehr weiß, dass die junge Frau schon einmal da war. Die Dame ist demenziell erkrankt, "aber sie vertraut mir, wenn ich sie führe", ist Sophie Söder immer wieder überrascht über die Nähe, die sich mit der Zeit entwickelt hat. Einmal habe die Dame von ihrem Lieblingskuchen erzählt. Beim nächsten Mal brachte ihr Sophie Söder dann die geliebten Nussteilchen mit. "Sie hat nichts mehr von unserem Gespräch gewusst, aber sie war über den Kuchen so glücklich - und ich auch", so die angehende Pflegeschülerin, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Gerontopsychiatrie absolviert.

Menschen in Not zu helfen, war auch der Antrieb für Silvana Gjino, die erst vor vier Jahren aus Albanien nach Deutschland gekommen ist. Schon in ihrer Heimat hat sie sich ehrenamtlich engagiert und gezielt in Deutschland nach einer Organisation gesucht. "So lernt man ja auch Leute kennen", sagt die 53-Jährige. Im Moment besucht sie zweimal im Monat im St. Elisabeth-Haus eine Dame, die ebenfalls demenziell erkrankt ist. Dass die Seniorin sie nicht wiedererkennt, findet die gelernte Betriebswirtin nicht schlimm, denn "wenn Gertrud lächelt, wärmt das meine Seele".

Alle Besuchsdiensthelferinnen und -helfer werden auf ihren Dienst vorbereitet: Kommunikation mit demenziell veränderten Menschen steht da genauso auf dem Programm wie Erste-Hilfe-Kenntnisse oder der richtige Umgang mit einem Rollstuhl. "Gute Vorbereitung und Ausbildung unserer Helfenden ist uns Maltesern sehr wichtig", betont Brigitte Schlee-Söder, Koordinatorin für das neue Projekt "Miteinander - Füreinander", das die Malteser bundesweit gestartet haben. Das Projekt hat zum Ziel, Alterseinsamkeit Menschlichkeit und Nähe entgegenzusetzen. Um diesem Ziel noch näher zu kommen, suchen die Malteser in Stadt und Landkreis Bad Kissingen noch ehrenamtliche Verstärkung. "Es lohnt sich auf jeden Fall, denn man bekommt mehr zurück, als man gibt", bestätigt Paul Neubert, ehrenamtlicher Ortsbeauftragter der Malteser Nüdlingen. Und bei den monatlichen Treffen der Besuchsdienstgruppe lernt man auch die anderen Ehrenamtlichen kennen. Wer Interesse hat oder wer selbst besucht werden möchte, kann sich an Brigitte Schlee-Söder wenden: 0170/555 38 61, Mail: brigitte.schlee-soeder@malteser.org, malteser-badkissingen.de. red