Philipp Dumproff und seine Ehefrau Margareta, geb. Pfister, aus Ebensfeld, die seit drei Jahren im Pflegezentrum Eugeria Obermain in Kutzenberg leben, feiern am heutigen Mittwoch das Fest der eisernen Hochzeit - sie sind also seit 65 Jahren verheiratet. Den Bund fürs Leben schlossen sie im November 1953 in der Ebensfelder Pfarrkirche "Mariä Verkündigung", kennengelernt hatten sie sich bei der Kirschenernte.

Die Wiege von Philipp, der im September seinen 93. Geburtstag feierte und geistig noch sehr fit ist, stand in Prächting. Als Kind zog er im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern nach Ebensfeld. Hier besuchte er die Volksschule und anschließend das Alte Gymnasium in Bamberg. Vom Gymnasium aus musste er im Alter von 17 Jahren in den Krieg ziehen. Im November 1943, im Alter von 18 Jahren wurde er an der Ostfront in Russland schwer verwundet; er verlor den rechten Arm und das linke Bein und ist deshalb seit vielen Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen.

VdK-Ortsverband mitgegründet

Philipp Dumproff ist seit 73 Jahren Mitglied bei der Soldatenkameradschaft 1874 Ebensfeld; er wurde für seine außerordentlichen Verdienste und langjährige treue Mitgliedschaft im Jahr 2005 zum Ehrenmitglied ernannt. Außerdem ist er das letzte lebende Gründungsmitglied des VdK-Ortsverbandes Ebensfeld und wurde für seine 70-jährige Mitgliedschaft bei dem Sozialverband bei einer Festveranstaltung im April auf Kloster Banz geehrt.

Viele Jahre ist er schon Mitglied beim TSV Ebensfeld und hat früher kein Heimspiel verpasst - egal, in welcher Spielklasse. Er freut sich dann besonders, wenn sein Verein am Wochenende das Spiel gewonnen hat. Beim Pflegepersonal ist Dumproff sehr beliebt und mit seinem fränkischen Humor stets zu einem Spaß aufgelegt.

Ehefrau Margareta, die Ende November 86 Jahre alt wird, war das achte von zehn Kindern und musste schon als Kind in der elterlichen Landwirtschaft in Kleukheim fest mit anpacken. Oft besuchte sie die Gottesdienste in der Ebensfelder Pfarrkirche. Eines ihrer Hobbys war die Gartenarbeit. In der Sommerzeit war sie oft schon sehr früh in ihrem Garten anzutreffen und dort unermüdlich tätig.

Mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Ihr wurde im März 1993 für die aufopfernde Pflege und Betreuung ihres schwer kriegsbeschädigten Ehemannes vom damaligen Finanzminister Georg von Waldenfels im Maximilianeum in München das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Die Ehe der beiden beweist, dass Liebe auch große Hürden überwinden kann: Die Behinderung ihres Mannes, der immer auf einem Rollstuhl angewiesen ist, war in 65 Jahren Ehe kein Thema. Zur eisernen Hochzeit gratulieren drei Kinder, sechs Enkelkinder und fünf Urenkel.