Bamberg — Anlässlich des internationalen Tags gegen prekäre Beschäftigung am heutigen Mittwoch will die IG Metall Bamberg mit Flugblatt-Aktionen in den Metall- und Elektro-Betrieben der Region auf den Missbrauch von Werkverträgen aufmerksam machen. "Immer öfter schaffen Unternehmen mit
der Auslagerung von Arbeit über Werkverträge betriebsratsfreie und tariflose Zonen in relevanten Bereichen der Wertschöpfung. Die IG Metall kritisiert diesen Missbrauch zum Lohndumping", berichtet Matthias Gebhardt, 1. Bevollmächtigter.
Rund 1700 Leiharbeit- und Werkvertragsarbeitnehmer sind in den organisierten Betrieben im Zuständigkeitsbereich der IG Metall Bamberg bei insgesamt knapp 25 000 Beschäftigten tätig. Die Dunkelziffer im nicht von der IG Metall erfassten Bereich dürfte deutlich höher liegen, heißt es in der Pressmitteilung der IG Metall Bamberg.


Arbeitgeber sträuben sich

Die Industriegewerkschaft fordert den Gesetzgeber auf, endlich mit gesetzlichen Regelungen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt herzustellen. Notwendig seien insbesondere eine Verpflichtung der Arbeitgeber, die Betriebsräte über den Einsatz von Werkverträgen zu informieren, sowie eine erweiterte Mitbestimmung der Betriebsräte.
Laut IG Metall verweigern die meisten Arbeitgeber freiwillige Regeln zum Einsatz von Werkverträgen. Bundesweit setzten 69 Prozent der Unternehmen Werkverträge ein. Vertrauensleute und betriebliche Funktionäre der IG Metall informieren heute bei Bosch, Wieland und Trench in Bamberg, bei Schaeffler in Hirschaid und Höchstadt, bei Albea in Scheßlitz, bei FTE automotive in Ebern, bei FTE systems in Fischbach, bei Weiss in Maroldsweisach, bei Waasner in Forchheim, sowie bei Kennametal in Ebermannstadt. red