Die IG-Metall-Geschäftsstelle Bamberg ehrte bei einer Jubilarfeier langjährige, treue Mitglieder und bedankte sich für die jahrzehntelange Treue zu "ihrer" Gewerkschaft. 556 Jubilare wurden heuer eingeladen, um sie im festlichen Rahmen des Welcome-Hotels für 25, 40, 50, 60 und sogar 70 Jahre Mitgliedschaft zu ehren.
Matthias Gebhardt, Bevollmächtigter der IG Metall in Bamberg, dankte den zu ehrenden Mitgliedern für sage und schreibe 19 215 Jahre Mitgliedschaft in der mit über 2,2 Millionen Mitgliedern größten deutschen Einzelgewerkschaft. Ferner dankte er ihnen für die Unterstützung, das entgegengebrachte Vertrauen und ihr ehrenamtliches Engagement im Sinne einer fairen und gerechten Arbeitswelt.


Lohnforderung von sechs Prozent

Kurz wurde die anstehende Tarifrunde der Metall- und Elektro-Industrie erwähnt, in die die IG Metall mit einer Lohnforderung von sechs Prozent sowie einer qualitativen Forderung hinsichtlich der Arbeitszeit geht. "Die Beschäftigten haben den Anspruch, an den guten Umsätzen und Gewinnen der Unternehmen beteiligt zu werden. Dafür werden wir in der Tarifrunde streiten", erklärte der Bevollmächtigte.
Als Repräsentant für die Stadt Bamberg überbrachte Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner den Dank sowie die Glückwünsche der Stadtratskollegen sowie aller Bamberger Bürger.
Für die DGB-Region Oberfranken richtete Regionsgeschäftsführer Matthias Eckardt einen Appell an alle Gäste: "Wir alle müssen zusammenrücken in einer sich verändernden Arbeitswelt."
Besonders erwähnenswert ist in diesem Jahr die hohe Anzahl an Jubilaren mit 70-jähriger Zugehörigkeit zur IG Metall, nämlich zehn an der Zahl. Stellvertretend für diese treuesten Mitglieder wurde Josef Lohm erwähnt, der im Alter von 91 Jahren die diesjährige Jubilarehrung sogar aktiv als Teilnehmer eines "Couch-Gespräches" auf der Bühne bereichert hat. In diesem "Couch-Gespräch", das von Matthias Gebhardt moderiert und durch die ebenfalls jahrzehntelang verdienten Jubilarinnen Herta Brehm (ebenfalls 70 Jahre Mitgliedschaft) sowie Martha Prell (60-jährige Mitgliedschaft) vervollständigt wurde, berichtete Lohm von seinen beruflichen Anfängen bei der Firma FAG Kugelfischer in Ebern (heute FTE automotive) im Jahre 1947: "Damals habe ich eine Mark und vier Pfennig verdient - und das war zu der Zeit sehr viel. Die Wenigsten bekamen mehr als eine Mark."


Über "alte Zeiten" gesprochen

Alle Jubilare erhielten als Dank und Anerkennung eine Urkunde, eine Anstecknadel sowie ein Präsent. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Duo Hopfenmüller aus Coburg.
Alljährlich großen Anklang findet das anschließende Beisammensein in lockerer Atmosphäre, bietet es doch Gelegenheit, über "alte Zeiten" zu sprechen und gemeinsam erlebte gewerkschaftliche Entwicklungen Revue passieren zu lassen. red