Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert mehr Anstrengungen beim altersgerechten Bauen und Sanieren. In Coburg könnte die Zahl der Menschen, die älter als 65 sind, bis zum Jahr 2035 auf 11 000 anwachsen. Das seien 14 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. Ihr Anteil an der Bevölkerung läge dann bei 28 Prozent (2017: 23 Prozent). Darauf weist die IG BAU in einer Pressemitteilung hin. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Demografie-Prognose des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft. "Lift statt Treppe, breitere Türen für Rollator und Rollstuhl, barrierefreie Duschen - nur ein kleiner Teil der Wohnungen in der Stadt ist für die rasant wachsende Generation Ü65 geeignet. Das muss sich ändern", sagt Gerald Nicklas. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Oberfranken spricht von einer "demografischen Notwendigkeit".

Auch bei der altersgerechten Sanierung bestehender Wohnungen sei der Nachholbedarf groß. "Wenn die Rentner-Generation nicht stärker berücksichtigt wird, droht vielerorts schon in einigen Jahren eine graue Wohnungsnot", betont Nicklas. Dieses Problem werde bereits jetzt durch die Corona-Pandemie verschärft, weil gerade ältere Menschen einen Großteil des Tages zu Hause verbringen müssten. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) biete mit ihrem Programm "Altersgerecht Umbauen" zwar Zuschüsse und Kredite. Das Fördervolumen von 150 Millionen Euro in diesem Jahr reiche aber nicht aus, kritisiert die IG BAU.

Förderung verdoppeln

Der Bund müsse die Förderung mindestens verdoppeln, um das Senioren-Wohnen voranzubringen. Danach sehe es derzeit allerdings nicht aus. Am Ende stehe die Lebensqualität Tausender Menschen in Coburg auf dem Spiel. "Es kann nicht sein, dass ein Rentner nur deshalb ins teure Pflegeheim muss, weil eine ambulante Betreuung an der seniorengerechten Ausstattung der eigenen Wohnung scheitert", macht Nicklas deutlich. red