Bis jetzt hat er stillgehalten, zu all den Einlassungen zum Thema Hochregallager in Eyrichshof geschwiegen. Nun aber hält Firmenchef Helmuth Fischer nicht mehr an sich und meldet sich selbst mit einer Stellungnahme zu Wort, nachdem sein geplantes Bauprojekt in den vergangenen Monaten für so viel Wirbel in Ebern gesorgt hat. Am 1. März wird es Gegenstand eines Bürgerentscheids sein.

Projektant Fischer, Chef des Rohrsystem-Herstellers Uniwell und nach eigener Darstellung Gegner jeder Art von Populismus, hat nach eigenem Bekunden lange mit sich gerungen, ehe er sich an die Presse wandte. Nachdem monatelang andere argumentierten und gegenargumentierten: nun also auch er.

"Es ist erstaunlich", bemerkt Fischer zu den Aussagen der Bürgerinitiative "Gegen Hochregallager in Eyrichshof", "welche Experten sich in dieser Gruppierung befinden", und wundert sich über Leute, die über die benötigten Lagerflächen seines Unternehmens Bescheid wissen, die Zahl der benötigten Lkw benennen und am Ende auch die richtige Gebäudegröße definieren wollen.

1,5 Kilometer entfernt

"Es scheint Bewohner in Eyrichshof zu geben, deren alleiniges Glücksgefühl darin besteht, dass sie von ihrem grünen Hügel ein Schlösschen mit wunderschönen Alleen umgeben vor Augen haben", wendet sich Fischer gegen eine Diskussion, die er "erbärmlich" und "fadenscheinig" empfindet. Schließlich werde das Industriegebäude in 1,5 Kilometer Entfernung von diesem Paradies entstehen - in ausgewiesenem Gewerbegebiet. "Um die persönlichen und unberechtigten Interessen einiger weniger Bürger in Eyrichshof zu befriedigen", fasst er zusammen, "soll die Zukunft eines Unternehmens in einem Gewerbegebiet behindert werden!"

Laut Fischer, wäre es für sein Unternehmen einfach, die weitere Entwicklung an andere Standorte zu verlagern wo man im Übrigen auch willkommen wäre. "Aber genau das wollen wir nicht. Ich stehe zu unserem Standort Ebern, weil ich hier in Eyrichshof geboren bin und hier in Ebern lebe und dann auch gerne Steuern an unsere Kommune bezahle, zum Wohle der Stadt Ebern."

Der Bürger ist am Drücker

Fischer baut darauf, dass die Bürger am 1. März für die Zukunft seines Unternehmens stimmen werden, "damit wir gemeinsam diesen Spuk beenden".

Am besagten Sonntag, 1. März, werden die Bürger der gesamten Stadt entscheiden können. Sie haben die Wahl zwischen einem Ratsbegehren, welches eine Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Eyrichshof und damit Gebäudehöhen bis 21 Meter möglich machen würde, und dem Bürgerbegehren, welches beides verhindern und Gebäudehöhen wie gehabt auf ein Maximum von zehn Metern beschränkt sehen will. eki