Sand — Ein ganz besonderer Tag für die Pfarrgemeinde St. Nikolaus Sand ist der kommende Sonntag, 26. Oktober. Im Gottesdienst um 10 Uhr wird die 33-jährige Sanderin Nadine Radler durch die Erwachsenentaufe in die Gemeinschaft der katholischen Christen aufgenommen. Gleichzeitig geht sie zur Erstkommunion und bestätigt ihren neuen Glauben durch die Firmung.
Sehr viele erwachsene Menschen sind nicht getauft, gehören keiner christlichen Glaubensgemeinschaft an. Viele von ihnen kommen aus der ehemaligen DDR, wo die Jugendweihe Vorrang vor einer christlichen Taufe hatte. So war es auch bei Nadine Radler, die mit Mädchennamen Wiesner hieß und aus einem kleinen Dorf in der Nähe der Kreisstadt Grimma in Sachsen stammt.
Wie die meisten Kinder aus ihrem Umfeld wurde sie nicht getauft, sondern wurde durch die "staatliche Jugendweihe in die Volksgemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen. Nach der Grenzöffnung kam Nadine Wiesner 1990 nach Kirchlauter. Hier hat sie gelegentlich auf die Enkelkinder der Grafen Stauffenberg aufgepasst und dabei Einblicke in die katholische Kirche bekommen.

Katholisch geheiratet

Im November 2008 heiratete Nadine Wiesner Christian Radler aus Sand, einen Katholiken. Noch neugieriger geworden, interessierte sie sich stärker für den christlichen Glauben. Das wurde noch intensiver, als Sohn Benedikt den katholischen Kindergarten St. Nikolaus besuchte. Nadine Radler engagierte sich im Elternbeirat und erlebte so, wie den Kindern der christliche Glaube zum Beispiel beim Mitgestalten von Gottesdiensten oder durch Kinderprozessionen vermittelt wurde. In ihr reifte der Wunsch, zur christlichen Gemeinschaft dazugehören.
Nadine Radler nahm Kontakt zu Diakon Bernhard Trunk auf, um mit ihm ihren Entschluss zu erörtern, sich taufen zu lassen. Sie wollte eine einheitliche Glaubensrichtung in der Familie, und sie wollte dazugehören zur lebendigen Gemeinschaft der katholischen Christen. "Ich habe meinen Sohn Benedikt viel aus der Kinderbibel vorgelesen, und so hatte ich mich ja schon seit längerem mit dem Christentum beschäftigt. Nun wollte ich mehr wissen: zum Beispiel was der christliche Hintergrund der Hochfeiertage Weihnachten, Ostern und Pfingsten ist; warum die Priester bei den Gottesdiensten manchmal eine weiße, manchmal eine grüne, rote oder andersfarbige Stola tragen. Ich hatte so viele Fragen und bin froh darüber, dass mich Diakon Bernhard Trunk darin bestärkt hat, den Weg weiterzugehen", erzählt Radler.
Zur Vorbereitung auf die Erwachsenentaufe Nadine Radlers folgten viele Gespräche zwischen ihr und Diakon Bernhard Trunk. Inhalte waren vor allem das Alte und Neue Testament. Die Lehren des Katechismus wurden ebenso behandelt wie die Liturgie des Gottesdiensts oder der katholische Jahreskreis. Für Trunk war es das dritte Mal, dass er einen Erwachsenen auf die Taufe vorbereitete. ab