Natürlich war der 25:20-Sieg des HSC 2000 Coburg am Sonntag Abend in Kassel beim Europapokal-Teilnehmer MT Melsungen das Thema und für Fans, vielleicht Spieler und Verantwortliche eigentlich noch nicht richtig begreifbar, aber eben schön.
Das Tageblatt unterhielt sich mit dem HSC-Geschäftsführer, Florian Dotterweich, der selbst vor Ort war und die Sensation hautnah miterlebte.

Herr Dotterweich, sie waren in Kassel beim ersten Spieltag mit dem HSC Coburg vor Ort?
Florian Dotterweich: Ja, wir sind vom Vorstand und einem Teil aus unserer Geschäftsstelle im Kleinbus nach Kassel gefahren.

Wie war die Stimmung und die Erwartungen?
Die Stimmung war gut, zumal wir uns nicht zu viel erwartet haben. Unter zehn Toren Differenz verlieren war auch meine Vorgabe und wäre akzeptabel gewesen.

Wann drehten sich Ihre Erwartungen?
Natürlich wurde die Stimmung immer besser und als wir 3:0 geführt haben, wurde schon von einem Sieg des HSC geflachst. Doch die Rote Karte gegen unseren Spieler Kirveliavicius dämpfte die Erwartungen, die auch nach der Halbzeitführung von 11:10 für uns noch nicht Realität hatten.

Ab wann wart ihr als Zuschauer sicher, dass der HSC Coburg gewinnt?
Eigentlich erst in der Schlussphase, als die Melsunger nicht mehr nachlegen konnten und unsere Mannschaft unglaublich auf 25:20 davonzog.

Wie war der Jubel nach dem Schlusspfiff in der Halle?
Er war gigantisch. Unsere Spieler und Trainer feierten auf dem Parkett, bildeten einen Kreis und schrien ihr Glück heraus, während die Gastgeber still davonschlichen. Und die Fans von uns machten sich auch hier lautstark und positiv bemerkbar.
Die Heimreise war dann wohl recht locker?
Ja so kann man das sagen. Nach einem Siegerbierchen und immer noch etwas ungläubig war Coburg wieder schnell erreicht. Glauben kann ich es fast heute am Montag noch nicht, dass wir Melsungen, den Tabellenvierten aus der alten Serie, als Neuling geschlagen haben und dazu noch verdient.

Was erwarten Sie sich jetzt vom Mittwochspiel gegen den Meister, den Rhein-Neckar-Löwen?
Da geht es wieder bei null los. Aber natürlich wäre es vermessen, auch da an einen Sieg zu glauben. Ich freue mich aber riesig auf den ersten Heimauftritt mit einer tollen Stimmung in der HUK-Arena.

Hatte das überaus positive Ergebnis von Kassel auch Auswirkungen auf die Restkarten, die noch gegen die Rhein-Neckar-Löwen zur Verfügung stehen?
Wir haben es heute schon in der Geschäftsstelle gemerkt, es gab doch noch einige Nachfragen. Dennoch, wer noch will, der kann am Mittwoch live in der HUK-Arena dabei sein, wenige Restkarten haben wir noch.

Die Fragen stellte Sportredakteur Martin Zillig