Auf dem Platz kann man Jakob Tranziska sicher nicht mit Lionel Messi vergleichen, doch den spitzbübischen Gesichtsausdruck des Weltstars aus Argentinien kann der "Vollblut-Stürmer" aus Seßlach nicht weglächeln. Apropos Weltstar: "Ich bin eher der Typ Haaland" - ein Vorbild hat der 20-Jährige deshalb aber nicht. Seine 21 Tore in 19 Bayernliga-Spielen für den FC Eintracht Bamberg haben Begehrlichkeiten geweckt. Den Zuschlag erhielt, wie berichtet, nun der FSV Mainz 05.

Wir haben mit dem Jungprofi, der bereits bei den Mainzern voll "im Saft" steht, gesprochen. Dabei erklärt er uns seine hektische Ankunftszeit, erzählt von der ersten Trainingseinheit, den erfolgreichen medizinischen Untersuchungen und verrät uns seinen Traum.

Hallo Herr Tranziska, die letzten beiden Tage waren sicher sehr hektisch, oder?

Jakob Tranziska: Ja das stimmt, absolut.

Beschreiben Sie doch mal kurz Ihre letzten 48 Stunden?

Ich kam am Mittwochmittag hier in Mainz an. Als Erstes musste ich in der Uniklinik Mainz ein paar medizinische Tests machen. Danach habe ich meinen neuen Vertrag unterschrieben und es wurden kurz ein paar Fotos gemacht. Anschließend bin ich ins Hotel gefahren. Am Donnerstag bin ich gleich mit zwei Trainingseinheiten beim FSV voll eingestiegen.

Wie war denn das erste Training?

Das erste Training war eine Krafteinheit. Das lief auf einem ganz anderen Niveau ab, es war schon sehr anstrengend.

Trainieren Sie gelegentlich auch mit den Profis oder vorerst ausschließlich im Regionalligakader?

Ich bin jetzt erst einmal bei der U23. Mein Fokus liegt darauf, sich an Profibedingungen mit täglichem Training anzupassen. Ich muss meinen Körper dazu hinkriegen. Was dann in der Zukunft passiert, liegt letztlich nur an meiner Leistung auf dem Platz.

Warum haben Sie sich für einen Wechsel im Winter entschieden?

Die eben angesprochene Eingewöhnungszeit für den Profifußball spielt eine wichtige Rolle. Ich kann mich bereits jetzt im Winter auf die anstehende Herausforderung vorbereiten. Daher sehe ich das als ein zusätzlich gutgeschriebenes halbes Jahr bis zum Sommer.

Ihnen lagen mehrere Angebote aus dem In- und Ausland vor. Warum ist gerade der FSV Mainz die richtige Adresse?

Mit den Mainzern waren es Top-Gespräche, hier hatte ich das bestes Gefühl und es ist besser hier in einer jungen U23-Mannschaft den nächsten Schritt zu machen. Der Druck ist mit Sicherheit nicht gleich so groß wie in einer gestandenen Drittliga-Mannschaft.

Hatten Sie bereits Kontakt mit den Profis oder vielleicht sogar schon ein Gespräch mit Trainer Bo Svensson?

Nein, da gab es bisher noch nichts.

Was sind jetzt Ihre vorrangigen Ziele?

Meinen Körper an professionelle Bedingungen gewöhnen und so viele Spiele und natürlich auch so viele Tore wie nur möglich zu machen.

Mit welchem Stürmertyp würden Sie sich am ehesten vergleichen: Sind Sie ein Lewandowski-Typ oder doch eher ein "kleiner Haaland"?

Eher Haaland.

Und wer ist Ihr großes Vorbild?

Vorbilder habe ich keine.

Wie hoch schätzten Sie Ihre Chance ein, vielleicht schon in dieser Saison als "Joker" auf der Bundesliga-Bühne aufzutauchen?

Mein Fokus liegt jetzt natürlich erst einmal auf der Eingewöhnung und der Rest liegt dann nur an mir selbst.

Wäre ein Treffer in der Schlussphase gegen die Bayern, Leipzig oder Dortmund nicht Ihr Traum?

Träumen darf man natürlich immer.

Das Gespräch führte Christoph Böger