Die HUK-Coburg legt einen Hilfsfonds für in existenzielle Not geratene Menschen auf. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Fonds werde zunächst mit zehn Millionen Euro ausgestattet und soll in Härtefällen greifen. Das Besondere: Hilfen aus diesem Fonds können nicht nur Kunden der HUK-Coburg beantragen, sondern sollen allen "bedürftigen Privatpersonen offenstehen, die in existenzielle Notlagen geraten sind", wie es in der Mitteilung heißt.

"Immer wieder geraten Menschen in existentielle Not. Das haben wir auch in Deutschland in den letzten Wochen sehr schmerzhaft erfahren", wird Klaus-Jürgen Heitmann zitiert, Vorstandssprecher der HUK-Coburg. "Mit unserem Fonds wollen wir diesen Menschen helfen, ihre materiellen Härten zu lindern und ihnen so einen Neuanfang erleichtern."

Freilich solle der Fonds nicht an die Stelle eines Versicherungsvertrags treten, erklärt Heitmann weiter. Der Fonds, der langfristig angelegt sei, resultiere "aus dem Wunsch, Menschen bei schicksalhaften Extremsituationen zu helfen".

Allein die Schäden des Unwetters "Bernd", das am 14. Juli das Ahrtal unter Wasser setzte, betragen bei der HUK-Coburgnach aktuellen Schätzungen rund 200 Millionen Euro und stellen so den bisher größten Schadenfall in der Geschichte des Unternehmens dar. Wie eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage mitteilte, wurden bei der Kfz-Versicherung 8200 Schäden und in der Hausratversicherung 15 300 Schäden gemeldet. "Das hat uns noch einmal das unvorstellbare Ausmaß der Katastrophe vor Augen geführt sowie das daraus entstandene Leid der Menschen. In solchen Situationen wollen wir mit unserem Fonds karitativ unterstützen", fügt Heitmann an.

Der Fonds befindet sich in Gründung. Betroffene Menschen können sich aber bereits unter folgender E-Mail-Adresse an die HUK-COBURG wenden: hukhilft@huk-coburg.de.

Vorbild Axa?

Die HUK-Coburg ist nicht die erste Versicherung, die einen solchen Fonds auflegt. Schon Ende Juli teilte die Axa-Versicherungsgruppe mit, dass sie ebenfalls einen Hilfsfonds über zehn Millionen Euro auflegen werde. Der richtet sich aber nur an Axa-Kunden, die zwar gegen Schäden am Hausrat versichert sind, aber keine Elementarschadenversicherung abgeschlossen haben. Wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft mitteilt, seien in den betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur 45 Prozent beziehungsweise 35 Prozent der Immobilien gegen Elementarschäden wie Starkregen versichert.

Andere Versicherungen wie Canada Life unterstützen die Hilfsorganisationen sowie die Stadt Erftstadt und den Kreis Ahrweiler mit insgesamt einer Million Euro. Die Debeka will ihren Unfall-Versicherten die Versicherungssumme auf bis zu 300 000 Euro bei Invalidität verdoppeln, wenn sie als Katastrophenhelfer im Einsatz einen Unfall erleiden (Quelle: versicherungsbote.de). red/sb