Hans-Peter Hubmann bleibt stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). Der Kulmbacher, der auch Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbands ist, ist bei der jüngsten Mitgliederversammlung wiedergewählt worden. Er bleibt damit für weitere vier Jahre im Amt der Berufsorganisation, die die wirtschaftlichen Interessen der Apothekeninhaber in Deutschland vertritt.

Das Augenmerk des DAV richtet sich aber auch auf eine verbesserte Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Für die nächste Zeit ergeben sich für Hubmann daraus zwei Arbeitsschwerpunkte: zum einen die Abgabebestimmungen für rezeptpflichtige Medikamente dauerhaft zu vereinfachen, zum anderen das elektronische Rezept, kurz E-Rezept, sicher und reibungslos einzuführen.

"Durch die Corona-Pandemie gelten derzeit erleichterte Regeln, wenn Patienten mit Arzneimitteln auf Rezept versorgt werden", sagt Hubmann. "Das hat sich in den vergangenen Monaten bewährt. In der Apotheke erleichtert es die Arbeit. Für Patienten erspart es oft unnötige Wartezeit. Wir arbeiten daran, diese Entbürokratisierung auch über die Zeit der Pandemie hinaus behalten können." Dazu gehört beispielsweise, dass Patienten bei Lieferengpässen von Rabattarzneimitteln ein vorrätiges wirkstoffgleiches Alternativmedikament sofort bei Vorlage des Rezepts in der Apotheke bekommen können. Die Patienten sollten zudem auch künftig von möglichen Mehrkosten befreit werden, die anfallen können, wenn das Rabattarzneimittel nicht lieferbar ist, und ein anderes Präparat abgegeben wird, um eine schnelle Versorgung zu gewährleisten.

Ab 2022 wird das rosa Papierrezept in Deutschland abgelöst durch die elektronische Variante - das sogenannte E-Rezept. Es soll nicht nur Papier und Bürokratie reduzieren oder den Alltag von Patienten erleichtern, sondern vor allem die Sicherheit erhöhen. "Apotheker begrüßen die Einführung des E-Rezepts", sagt Hans-Peter Hubmann.

E-Rezept muss sicher sein

"Doch es muss sicher, einfach und frei von Beeinflussung sein. Patienten müssen auch beim E-Rezept frei entscheiden können, ob sie es einlösen und in welcher Apotheke, und zwar bei jedem einzelnen Rezept." Eigentlich sei das Handeln mit Arzneimittelrezepten gesetzlich verboten, "aber wir befürchten, dass ohne zusätzliche technische Absicherung damit trotzdem gefeilscht werden soll wie auf einem Basar".

Das E-Rezept soll vom Patienten künftig über ein Smartphone oder Tablet abgerufen und eingelöst werden. red