Coburg — Am vergangenen Freitag, an einem "Augusttag, der sich anfühlte wie ein Oktobertag", so Hallensprecher Thomas Apfel, endete die Vorbereitungsphase für die 2. HAndball-Liga für den HSC 2000 Coburg. Im letzten Spiel vor dem Saisonauftakt am kommenden Samstag gegen Mitaufsteiger SV Henstedt-Ulzburg gab es einen klaren 38:25-Erfolg über den HSC Bad Neustadt.
Spielführer Ronny Göhl warnte davor, das Ergebnis überzubewerten: "Sicherlich können wir insgesamt damit zufrieden sein, aber es war eben nur Vorbereitung. Nächsten Samstag ist nach der harten Vorbereitung endlich Showdown angesagt."
Das Ergebnis täuscht allerdings darüber hinweg, dass sich die Coburger nach gutem Start 20 Minuten lang äußerst schwer taten. Das lag vor allem an einer zu lockeren Einstellung, die Jan Gorr auf den Plan rief, der seine Mannschaft wieder in die richtige Spur brachte. Der blickte dann schon wieder nach vorne: "Henstedt ist souverän Meister in der 3. Liga Nord geworden. Das ist gleich eine richtige Aufgabe für uns. Das Ziel müssen die ersten beiden Punkte sein."
Am Samstagabend hatte der HSC-Hauptsponsor Mannschaft, Vorstand und Helfer dann zu einem "Saison-Opening" eingeladen. In launiger Runde erfuhren die Anwesenden nicht nur zum x-ten Mal, dass der Klassenerhalt das einzige Ziel ist, sondern dass auch 20 Prozent mehr Dauerkarten verkauft wurden.
Dominic Kelm outete sich, dass ihm genau das knüppelharte Spiel am Kreis gefällt ("mir macht das unheimlich viel Spaß") und dass Neuzugang Florian Billek von Sebastian Kirchner einen Spitznamen verpasst bekam, der sich inzwischen im Team durchgesetzt hat: "Fischi - warum auch immer", so der Rechtsaußen. Vielleicht hat das ja mit dem Hobby des Trainers, dem Angeln, was zu tun.
HSC 2000 Coburg -
HSC Bad Neustadt 38:25
Auffallend war die starke rechte Seite mit Vitek, Göhl, Andersson und Billek. Der Neuzugang aus Balingen eröffnete mit einem Hattrick auch gleich die Partie. Insgesamt zeigte sich aber auch, dass die Mannschaft noch ausgeglichener geworden ist, was Jan Gorr dazu bewog, mehr durchzuwechseln, als mit seiner "Blockbildung" noch in der vergangenen Saison. Das kurioseste Tor fiel durch Vitek zum 8:7, als ein als Kreisanspiel gedachter Pass an Freund und Feind vorbei ins Tor trudelte. Trotzdem war Gorrs Blick nach einem Viertel der Spielzeit düster. Während eines Strafwurfes holte er sich die restlichen fünf Spieler an die Seitenlinie, und es gab neue Anweisungen. Auch die Torleute ließen sich gerade vor der Pause mehrmals mit Würfen ins kurze Eck überraschen, sodass es nach 20 Minuten dann doch einer Auszeit von Gorr bedurfte. Ab da lief es besser. Nicht nur, dass der Ball schneller nach vorne gespielt und so die im Saisonverlauf wohl wichtig werdenden einfachen Tore erzielt wurden. Auch das Zusammenspiel klappte besser. Hauptgrund dafür, dass man sich absetzen konnte, war aber die Abwehr. Die stand immer besser, blockte die Würfe der Saalestädter reihenweise und ließ den Angreifern immer weniger Freiräume. Dies ganz zur Freude der 620 Fans, die sich dieses Derby nicht entgehen lassen wollten und schon eine Woche vor dem Saisonstart für ordentlich Stimmung in der Halle sorgten.
Sie bekamen neben den 63 Toren auch einiges geboten, denn die Teams schenkten sich nichts. Gerade in der Schlussviertelstunde ging es phasenweise richtig zur Sache. HSC-Spielführer Ronny Göhl: "Sicher ging es ab und an etwas härter zur Sache. Aber die Spiele gegen Bad Neustadt, da geht es halt immer ein bisschen ruppiger zu." Emil Feuchtmann sah sogar die Rote Karte, als er Florian Billek umriss. Ein besonnener Jan Gorr beendete die "Rudelbildung" nach dieser Aktion. Für HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel war dennoch alles im grünen Bereich: "Gegen Bad Neustadt, das ist eine jahrelange Rivalität. Das kann man auch in einem Freundschaftsspiel nicht verbergen." Für ihn war das Wichtigste, dass in den letzten Wochen keine Verletzten hinzukamen. rbi