Der Hospizverein Kronach steht Sterbenden und deren Angehörigen beratend und begleitend zur Seite. Der Lions Club Kronach Festung Rosenberg hat jetzt dessen ehrenamtliche Arbeit mit einer Spende von 1500 Euro unterstützt. "Die Arbeit, die Sie hier leisten, ist für die Gesellschaft von unschätzbarem Wert", sagte Hans Joachim Barnickel, Präsident des Lions Clubs, bei der Übergabe der Spende an Peter Witton, den Ersten Vorsitzenden des Hospizvereins.

Sterben ist ein Thema, das heute gerne verdrängt wird. Wenn es dann so weit ist, sind Betroffene und Angehörige mit ihren Ängsten oft völlig überfordert und fühlen sich hilflos. "Viele Menschen wissen heute nicht mehr, wie Sterben funktioniert, was ein Sterbender braucht und wie sich der Tod ankündigt. Denn in den meisten Fällen findet das Sterben - anders als erhofft, nicht schnell und sanft in den eigenen vier Wänden, sondern vielfach im Rahmen eines langwierigen Prozesses in einer Klinik oder im Senioren- bzw. Pflegeheim statt", so Peter Witton.

Um das Thema Sterben, Tod und Trauer wieder stärker in das Bewusstsein einer möglichst breiten Öffentlichkeit zu bringen, Ängste abzubauen und Grundwissen zu vermitteln, hat der Hospizverein in diesem Jahr einen "Letzte-Hilfe-Kurs" ins Leben gerufen. Der Kurs richtet sich an alle interessierten Laien. In vier Modulen wird Wissen rund um die Themen Vorsorge, Leiden lindern, Abschied nehmen und Sterben vermittelt. Der nächste Kurs ist für Herbst 2020 geplant.

Der Hospizverein Kronach e.V. bietet mit vielfältigen Angeboten ambulante Hilfestellung. Das Rückgrat des Vereins sind rund 40 ausgebildete, ehrenamtlich tätige Sterbebegleiter, die Betroffenen und Angehörigen beratend sowie durch Gespräche und menschliche Nähe zur Seite stehen. Der 1994 gegründete Verein hat 200 Mitglieder und finanziert sich weitgehend durch Spenden.

"Unsere Dienstleistung steht jedem Menschen, unabhängig von der Konfession, zur Verfügung. Wir begleiten Sterbende und deren Angehörige zu Hause. Wir kommen aber auch in die Kliniken und Heime. Unsere psychosoziale Arbeit ist eine sinnvolle Ergänzung zu den Angeboten der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung, SAPV, und den Leistungen des Pflegedienstes", berichtet Anja Männl.

"Die Aufgabe der SAPV und der Pflegedienste ist es, Leiden zu lindern und den Patienten medizinisch bestens zu versorgen. Wir kümmern uns um die seelischen Bedürfnisse, um die liebevolle menschliche Zuwendung." 35 Begleitungen hat der Hospizverein im vergangenen Jahr geleistet. Davon dauerten manche nur wenige Stunden - andere bis zu einem Jahr.

Der Verein berät u. a. auch in praktischen Dingen, wie zum Thema Patientenverfügung. Peter Witton schlägt in Zeiten von Corona eine textliche Anpassung vor. "Die Patientenverfügung ist zwar nicht für Akuterkrankungen wie eine Covid-19-Erkrankung gedacht. Um aber Missverständnissen vorzubeugen, ist eine Anpassung an Corona sehr sinnvoll. Wenn eine bereits formulierte Verfügung vorliegt, sollte man diese entsprechend ändern, oder, wenn man noch keine hat, diese möglichst bald erstellen", betont Witton. Er weist darauf hin, dass der Hospizverein hierbei auch telefonische Hilfe anbietet. Mehr Infos gibt es unter www.hospizverein-kronach.de. red