Zu den häufigsten Wespenarten hierzulande zählen die "Deutsche Wespe" und die "Gemeine Wespe". Sie treten auch am häufigsten auf. Doch was viele nicht wissen: Diese Insekten sind von großer Bedeutung für den Naturhaushalt und das Gleichgewicht im Ökosystem. Durch das vermehrte und gezielte Einsetzen von Pestiziden und Insektiziden in der Landwirtschaft und im privaten Umfeld, nimmt die Anzahl geeigneter Lebensräume für die Familien der Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen fortwährend ab. Weil sie auf den kontaminierten Flächen und in der Monokultur keine geeigneten Nistmöglichkeiten mehr finden, weichen die Tiere vermehrt auf den Siedlungsraum des Menschen aus. Sie nutzen dann aus ihrer Sicht geeignete Nistplätze wie Hohlräume in und an Häusern. Genau an diesen Orten wird ihnen die zunehmende Unwissenheit vieler Menschen zum Verhängnis, denn der Mensch will die - aus seiner Sicht - gefährlichen Insekten schnell wieder loswerden. Dem Landkreis Bad Kissingen ist es laut Pressemeldung mittlerweile gelungen, ein Netzwerk aus Bürgerinnen und Bürgern mit erforderlichem Fachwissen zu etablieren, die die Bevölkerung vor Ort aufklärt und die Tiere gegebenenfalls umsiedelt, sofern das notwendig ist. Diese Helfer und Helferinnen können im Akutfall Abhilfe leisten, ohne dass die Insekten zu Schaden kommen.

Für das Umsetzen beziehungsweise Entfernen von Hornissennestern braucht es eine artenschutzrechtliche Genehmigung, da Hornissen, wie auch bestimmte Wespenarten, nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind. Häufig helfen schon Schutzmaßnahmen, wie das Anbringen eines Fliegengitters.

Dem einen oder anderen Zeitgenossen fällt das Zusammenleben mit Hornissen vielleicht leichter, wenn er weiß, dass die Insekten nur einen Sommer lang leben. Das leere Nest kann im Herbst entsorgt werden, denn die Hornissen kehren nicht in die alte Wohnstätte zurück. Unbedingt vermeiden sollte man bei Wespen, Bienen oder Hornissen hektische Bewegungen oder Anpusten - das macht die Tiere aggressiv. Wer bei einem Akutfall eine Beratung wünscht, kann die Untere Naturschutzbehörde kontaktieren, sie vermitteln einen Ansprechpartner aus dem Berater- und Umsetzer-Netzwerk, Tel.: 0971/801 41 05. red