Rüdiger Baumann tritt vor einen vollbesetzten Saal, ganz leger im Schauhaufen-Shirt und seinen "Theater-Übungs-Turnschuhen". "Das ist für den Wohlfühleffekt", erklärt er seinem Publikum, denn heute habe er das Gefühl, er spiele etwas so richtig "dahaam". Eingeladen haben er und die Familie Hick, ein Quartett bestehend aus Vater Frank und seinen Söhnen Ferdinand, Martin und Moritz, die sich unter dem Namen "Hix Tradimix" einen Namen im fränkischen Raum gemacht haben.
Munter fränkisch geht es auch gleich los, mit rhythmischen Klängen auf Klarinette, Akkordeon und Tuba, Bekanntes und Neues aus der Heimat und aus ferneren Welten. Schon nach den ersten Takten sieht man bei den Zuschauern einige Füße wippen, und es dauert auch gar nicht lange, bis der Saal spontan das ein oder andere Lied aus voller Brust mitsingt.
Und das, obwohl Rüdiger Baumann zu Beginn der Vorstellung meinte, der Franke habe einen Minderwertigkeitskomplex. Von wegen, das gilt zumindest nicht für das Publikum im Theater Baumann. "Das Markenzeichen von uns Franken ist unsere Sprache", erklärt Rüdiger Baumann und bringt in seinen nachfolgenden Gedichtchen und Geschichtchen einmal erneut gnadenlos seine fränkischen Mitbürger aufs Tablett.
Richtiges Biergartenfeeling zaubert dabei die Familie Hick auf die Bühne. Doch rein traditionelle Volksmusik spielt das Quartett nicht, sie vermischen traditionelle und moderne Elemente, singen bekannte Melodien und eigene Kompositionen.
Seine drei Buben konnte er alle mit seiner Musikbegeisterung anstecken, sodass die Jungs bereits von Kindesbeinen an mit ihren Instrumenten verwachsen sind. Doch nicht nur in der Musik, auch im Beruf eifern zumindest zwei der drei Sprösslinge ihrem Vater nach. Martin, der älteste, studiert bereits Landwirtschaft und hat mit sieben Jahren auf einem Mini-Akkordeon angefangen zu spielen. Seit fünf Jahren tritt der Familienverband zusammen auf und sucht immer wieder neue Herausforderungen. "Deswegen habe ich auch beim Mundarttag in Kleinlosnitz vor eineinhalb Jahren Rüdiger Baumann angesprochen", erzählt Frank Hick.
Für Rüdiger Baumann ist die Situation etwas Neues, denn es handelt sich hier eher um eine theatralisch gestaltete Lesung denn um ein Schauspiel, "und ich bin schon etwas hin und her gerissen, weil ich ja normalerweise mit Händen und Füßen agiere." Doch es wäre nicht Rüdiger Baumann, würde er es nicht schaffen, sein Publikum selbst mit "nur einer Lesung" aufs Beste zu unterhalten.