Christian Bauriedel

Szenario: Ein befreundetes Paar aus Norddeutschland kommt zu Besuch. Sie wollen "diese Bergkirchweih" mal so richtig erleben. Ja gerne doch. Aber was ist denn das genau, "diese Bergkirchweih"? Denn der Berg ist sehr wandlungsfähig.
Soll man an einem Wochenende rauf, wenn viel Rummel ist? Oder lieber unter der Woche, wenn man sich fast alleine wähnt? Abends und dann Party oder lieber am Vormittag in den Nachmittag hinein?


Ballermann gibt es überall

Eigentlich hängt das ja vom persönlichen Geschmack ab. Nicht jeder mag Partybummbumm und Biergeschwabbere in der Masse. Für besagtes norddeutsches Paar sollte man sich unbedingt für einen Frühschoppen auf dem Berg entscheiden. Das ist ein Muss. Warum? Ballermannartige Partys gibt es überall. Einen Vormittag auf einem Keller nicht. Am besten bei mildem Sonnenschein mit einer Maß unter den Bäumen sitzend: unvergleichlich entspannend.


Ein Vorschlag zum "Bergbrunch"

Gut funktioniert ein Frühschoppen (neudeutsch: Brunch) so: Man trifft sich um 9.30 Uhr am östlichen Ende der Bergkerwa und läuft zusammen durch die Budengasse Richtung "T-Kreuzung".
Die Schausteller öffnen gerade ihre Geschäfte. Sie kippen noch "a Amerla" Putzwasser in den Gulli. Die Kellerbedienungen, bewaffnet mit Schlauch und Schrubber, spülen den klebrigen Bierrest der Vornacht vom Gehweg. Am "T" angekommen kann man sich entscheiden, wohin. Die Platzsuche, und das ist das Schöne, ist entspannt. Selbst an Sonntagen findet jeder sein Eck.
Kaum hingesetzt, beginnt das Überlegen und Feilschen: Was isst man? Es gibt ja so viel Gutes. Lieber brotzeitig mit Schinken, Emmentaler und Brezn oder dampfend mit Schäuferla oder Ochsensemmel. Nach ein paar Schluck aus der ersten Maß Bergbier ist dieser Stress-Teil dann vorbei und es beginnt der kontemplative Teil der Sitzung.
Ein Moment, bei dem man der traditionellen fränkischen Seele (hocken, gucken, ratschen) am nächsten kommt.
Dazu - "auch wenn das sonst so nicht meins ist" - passt die Blasmusik immer noch am besten. Auf dem Entlas-Keller spielen zum Beispiel am Samstag von 11 bis 14 Uhr die Dachsbacher Musikanten.
Am Sonntag hört man auf dem Erich-Keller nach dem Berg-Gottesdienst von 10 bis 15 Uhr den Musikverein Eltersdorf.
Und wer weiß, vielleicht bleibt man ja sogar noch so lange sitzen, bis der Abend naht und man sich mit einem spontan-fränkischen "Hopp" entscheidet: Wir bleiben noch weng da.