Im Jahr 2016, in dem das bayerische Reinheitsgebot seinen 500. Geburtstag feiert, spielt das Bier allenthalben eine besondere Rolle. Auch bei Res Richter und David Saam. Die beiden oberfränkischen Musiker waren am Samstagabend mit ihrem Programm "Bier gewinnt!" zu Gast im Schüttbau in Rügheim. Eigentlich besteht die Gruppe aus drei Mitgliedern, doch der Oberbayer Christoph Lambertz war an diesem Abend verhindert. Auch zu zweit gelang es Richter und Saam, das Publikum mit Liedern und Geschichten rund um den Gerstensaft zum Lachen zu bringen.


Ältere Reinheitsgebote

Dabei klärten sie ihre Zuhörer darüber auf, dass "die Sache mit den 500 Jahren Reinheitsgebot" gar nicht so ganz stimme, denn Städte wie Bamberg oder Augsburg hatten Reinheitsgebote, die viel weiter zurückreichen.
Zu hören gab es unter anderem das Volkslied "Als die Römer frech geworden", allerdings in der umgedichteten Version von Walter Fitz, dessen Text den Sieg der Germanen in der Schlacht im Teutoburger Wald darauf zurückführte, dass ihre römischen Gegner noch einen Kater vom bayerischen Bier hatten. So stand am Ende die Erkenntnis, dass die Preußen noch heute einen Sieg feiern, den sie eigentlich den Bayern zu verdanken haben.
Doch Res Richter und David Saam brachten ihre Zuhörer nicht nur zum Lachen, es gab auch Interessantes über das Bier und seine Geschichte zu lernen, beispielsweise, wie der römische Historiker Tacitus das Getränk der Germanen beschrieb, das seinen Landsleuten zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war.
Außerdem erzählten sie über die Tradition des "Bierstaats", eine bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders bei Studenten beliebte Veranstaltung, bei der viel getrunken und der Staat kritisiert wurde. Dabei seien oft die Grenzen des guten Geschmacks gesprengt worden. "Die Bayernpartei und die CSU haben das später übernommen. Heute nennen sie es politischer Aschermittwoch", sagte er.


Mit etlichen Instrumenten

Daneben nahmen sich die beiden aber auch Zeit für Kalauer. Beispielsweise erzählten sie von den Bierkellern der alten Ägypter - den "Bieramiden". Doch nicht nur mit ihrem Humor konnten die beiden ihre Zuhörer überzeugen.
Auch musikalisch zeigten sie ihre Fähigkeiten. Beide sangen und spielten dazu mehrere Instrumente. So kamen unter anderem Gitarre, Ukulele, Tuba, Klarinette, Akkordeon oder Dudelsack zum Einsatz. Auch das Publikum hatte Gelegenheit zum Mitmachen: Auf die Melodie von "Bruder Jakob" ließen die Musiker ihre Zuhörer die Namen verschiedener Biere im Kanon singen. Die meiste Zeit über besangen die Musiker die positiven Seiten des Gerstensafts, am Ende kamen sie aber doch auf ein unangenehmes Thema: den Kater am nächsten Morgen.
Ein großes Lob hatten Richter und Saam für den Rügheimer Kulturverein übrig. "Ihr habt hier einen ganz tollen Schatz. Andernorts gibt's so was nicht", sagte Saam. Die Vorsitzende des Kulturvereins, Barbara Goschenhofer, wies darauf hin, dass kürzlich in Rügheim ein Brauverein gegründet wurde, der das alte Brauhaus wieder betreiben wolle. "Leider können wir heute noch kein Rügheimer Bier ausschenken." So mussten sich die Gäste zur Veranstaltung mit Bamberger Bier begnügen.