Vor großen Herausforderungen steht die Königlich Privilegierte Schützengesellschaft Stadtsteinach. Der Traditionsverein - er wurde 1854 gegründet - muss viel Geld in die Hand nehmen: Aufgrund neuer sicherheitstechnischer Vorgaben muss der Großkaliber-Stand umgebaut werden.

Zudem will man die Luftgewehr- und Pistolenstände mit einer elektronischen Trefferanzeige auf die Höhe der Zeit bringen. Obwohl es Zuschüsse für die Maßnahme gibt, stellen die Gesamtkosten von 60 000 Euro für den Verein einen Kraftakt dar.

Schützenmeister Reinhard Kraus erläuterte in einer Ausschusssitzung, dass der Großkaliber-Pistolenstand in seiner jetzigen Form nicht mehr weiter betrieben werden könne.

Trichter für Projektile

Der Kugelfang aus Holzblöcken sei nicht mehr zulässig. Dort müssten Trichter für die Projektile eingebaut werden, eine fünf Millimeter starke Stahlplatte solle die Geschosse abbremsen. Vorrichtungen für den Splitterschutz seien ebenso notwendig wie weiterreichende Brandschutzmaßnahmen.

In den Stand wurde erst vor wenigen Jahren viel Geld für eine Absauganlage investiert. Die nunmehr notwendigen Investitionen in diesem Bereich belaufen sich auf rund 15 000 Euro. Weitere 45 000 Euro Kapitalbedarf sind notwendig, will man die 16 Luftgewehr-Stände auf elektronische Erfassung umstellen. Dies stellt eine erhebliche Erleichterung im Schießbetrieb dar, weil die Treffer auf einem Monitor angezeigt werden.

Die Anlage ist rechnergestützt, und es gibt Touch-Screens zur Bedienung. Der Schützenmeister wies darauf hin, dass es gegenwärtig noch Zuschüsse in Höhe von 55 Prozent für die Maßnahme gibt. Da künftig mit einer deutlich geringeren Zuschussquote zu rechnen sei, müsse man jetzt handeln, riet er.

Einige Mitglieder zeigten sich kritisch gegenüber den Ausgaben bei der Luftgewehr-Anlage. Durch die Neuerung werde man kaum neue Mitglieder gewinnen können. Carsten Roloff und Klaus Rössner wiesen darauf hin, dass mit der Investition die Finanzkraft des Vereins auf Jahre hinaus gebunden sei. Falls es neue Ausgaben gebe für unumgängliche Reparaturen, könnte dies zu einer kritischen Situation führen. Zudem sei durch die drastische Verschärfung des Waffengesetzes und weiterer restriktiver Maßnahmen gegen den Schießsport zu befürchten, dass der Zuspruch zu den Schützenvereinen sinke.

Nach ausgiebiger Diskussion einigte man sich auf eine abgespeckte Variante: Es werden nur zwölf von insgesamt 16 Luftgewehr-Ständen mit einer elektronischen Trefferanzeige ausgestattet. Der Umbau der Großkaliber-Anlage ist allerdings aufgrund gesetzlicher Bestimmungen alternativlos.

Schützenmeister Reinhard Kraus freute sich in einem Rückblick über das gelungene Schützenfest. Ferner sei es gelungen, drei neue Mitglieder zu werben. Großes plant man für das nächste Jahr. Dann findet das 30. Starkbierfest statt. Für die Jubiläumsveranstaltung konnte man ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen. Mitwirkende werden Werner Reißaus als "Franke" sowie Birgit Geßlein als "Reddl" sein. Der Pressecker Rainer Dohlus wird zudem erklären, warum aus der Datenleitung "ka Bier kommt". Karten gibt es im Vorverkauf bei Reinhard Kraus (Telefon 09229/ 8225, E-Mail re.kraus@t-online.de).

Am 1. Dezember findet im Schießzentrum eine vorweihnachtliche Feier mit Programm und Essen statt. Dabei wird auch der Stadtkönig inthronisiert. Beginn ist um 16 Uhr. red