Um Wälder, die dem Klimawandel trotzen können, um zukunftsweisende Möglichkeiten mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz und um den Artenschutz ging es bei der Jahresversammlung des Vereins "Unser Steigerwald", die im Oberaurach-Zentrum in Trossenfurt stattfand. Rund 300 Mitglieder füllten die Halle, in der die Vorsitzenden Gerhard Eck und Oskar Ebert ihren Jahresbericht abgaben und Forstdirektor Hubert Weikhart das Hauptreferat hielt zum Thema "Der globalisierte Holzmarkt im Spannungsfeld der Gesellschaft".

Er zeigte auf, wie aus einer Mitteilung des Vereins hervorgeht, welche Möglichkeiten, aber auch Verpflichtungen moderne Waldbewirtschaftung hat. Im Vergleich der drei Jahrzehnte zwischen 1961 und 1990 mit 1989 bis 2018 sei die Durchschnittstemperatur um 1,5 bis zwei Grad Celsius gestiegen. Für die nächsten 50 Jahre sei mit weiteren zwei bis 3,5 Grad zu rechnen. Der Forstexperte zeigte auf, wie diese Erwärmung die Waldbestände, vor allem Monokulturen wie in Kanada oder Tschechien, mit neuen Schädlingen und vermehrten Stürmen konfrontiere. Riesige Waldflächen brächen darunter zusammen, befürchtet er. Waldwirtschaft sei nötig, um Baumhasel, Edelkastanie, Hainbuche, Sandbirke, Elsbeere, Japanlärche, Schwarzkiefer oder Robinie in die Wälder einzubauen. "Aber drei Grad Erwärmung werden auch diese Baumarten nicht schaffen", sagte Weikhart laut Vereinsmitteilung.

Weikhart richtete auch ein Augenmerk auf die vielfältige Verwendung von Holz, auf seine Vermarktung und Verarbeitung. An der Holzwirtschaft bis hin zur Verarbeitung hingen in Deutschland 1,1 Millionen Arbeitsplätze. "Das sind mehr als im Maschinenbau oder der Automobilindustrie", betonte er.

Nur zu etwa 70 Prozent könne der Holzbedarf der Deutschen aus dem eigenen Einschlag gedeckt werden, der Rest werde importiert. "Und natürlich wird ein gewisser Prozentsatz auch von uns exportiert", erklärte er. Einerseits gehe es um den Austausch von Holzarten, andererseits um die Weiterverarbeitung, etwa zu Viskose in Österreich. Diese Naturfaser sei nur eine der modernen Produkte aus Holz. Auch Folien könnten aus Zellstoff hergestellt werden und somit Plastik ersetzen. Derzeit werde intensiv daran geforscht, aus Holz chemische Rohstoffe herzustellen, so Weikhart.

Der Verein "Unser Steigerwald" bestehe seit elf Jahren, so der Zweite Vorsitzende Oskar Ebert im Rechenschaftsbericht. Bei der Gründungsversammlung trugen sich nach seinen Angaben 300 Mitglieder ein, heute seien es 3710 persönliche Mitglieder sowie 59 Vereine, Organisationen, Verbände und Kommunen. 21 Gemeinde- und Stadtratsgremien in der Region Steigerwald verabschiedeten laut Ebert nach der letzten Kommunalwahl erneut eine Resolution, mit der sie sich hinter den Verein stellten, der einen Nationalpark im Steigerwald als den falschen Weg ansieht.

Erschüttert zeigten sich Ebert und der Vorsitzende Gerhard Eck in der Versammlung darüber, dass trotz einschlägiger Rechtsprechung, eindeutiger Positionierung der Staatsregierung und der Haltung von 21 Kommunen in der Region die Umweltverbände weiterhin massiv Stimmung für einen Nationalpark machten. red