Ebrach — Der Bund Naturschutz in Bayern kritisiert die jetzt bekannt gewordene Aufhebung des Waldschutzgebietes "Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst" durch die Regierung von Oberfranken scharf. "Dies ist ein einmaliger, skandalöser Vorgang in der bayerischen und deutschen Naturschutzgeschichte", so BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger in einer Pressemitteilung. Nicht aus fachlichen Gründen, sondern aufgrund politischen Drucks von Landtag und Staatsregierung unter der Verantwortung von Ministerpräsident Horst Seehofer würde ein Hoffnungszeichen für den Schutz alter Wälder mit ihrer Artenvielfalt "einkassiert", so Weiger weiter.
Der BN bereite zusammen mit Partnerverbänden eine Klage gegen die Außerkraftsetzung des Schutzgebietes vor, die beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht werde. Der BN hat im Rahmen der Anhörung dazu eine umfangreiche Stellungnahme bei der Regierung von Oberfranken eingereicht, mit der sämtliche angeführten Aufhebungsgründe widerlegt worden seien. Der BN habe zudem eine rechtliche Sicherstellung beantragt, weil hochrangige Schutzgüter im vormaligen Schutzgebiet durch den jetzt wieder zulässigen Holzeinschlag bedroht seien.
"Selbst in den ökologisch wertvollsten Wäldern, die es in Bayern noch gibt, soll die Holznutzung auf dem allergrößten Teil Vorrang haben und der Naturschutz wird auf kleinste Inseln abgedrängt", zitiert der Bund Naturschutz seinen Waldreferenten Ralf Straußberger. Dieser Vorgang entlarve das von der Staatsregierung ausgerufene Waldnaturschutzjahr 2015 als reine PR-Kampagne, bei der es nur um "warme Worte" für den Waldnaturschutz gehe. In der Realität werde mehr Waldschutz zugunsten der Holznutzung geopfert. Der BN sehe damit Bayern in der aktuellen Waldschutzpolitik als Schlusslicht unter den Bundesländern an.
Der Naturschutzbeirat bei der Regierung von Oberfranken hatte dem BN zufolge mit 6:3 Stimmen klar gegen die Aufhebungspläne und damit für den Erhalt des Schutzgebietes gestimmt. Noch deutlicher sei das Votum bei den 52 Stellungnahmen ausgefallen: Hier hätten sich 42 für den Erhalt und nur zehn für die Aufhebung des Schutzgebietes ausgesprochen.
"Wir sehen mit großer Sorge, dass in Bayern weder die Qualität noch die Anzahl der kritischen Stellungnahmen beachtet wird ist, sondern sich reine Machtpolitik über das Recht stellen will", so BN-Landesvorsitzender Weiger.  Seite 3 red