Mit zwei Wettkämpfen auf höchstem Niveau, die beide an Dramatik nicht zu überbieten waren, ist die Luftgewehr-Mannschaft der SG Coburg in die neue Bundesliga Saison eingestiegen. Nachdem die letzte Saison coronabedingt ausfallen musste, wusste niemand so recht, wo die einzelnen Mannschaften leistungsmäßig stehen und welche Schützen zu Verfügung stehen werden. Umso überraschender war es, auf welch hohem Level die einzelnen Teams schon zum Start unterwegs waren.

Zum Saisonauftakt mussten die Coburger gegen die starken Gastgeber vom Bund München antreten und machten eine sehr gute Figur. An der Spitzenposition ging Sabrina Hößl gegen den kroatischen Berufsschützen Petar Gorsa an den Stand. Mit zwei perfekten 100 Ringserien zum Schluss konnte sie den Profi mit einem Weltklasse-Ergebnis von 398 Ringen um zwei Ringe auf Distanz halten.

Die frisch vermählte Nikola Sarounova (früher Mazurova) kam etwas langsam min ihren ersten Wettkampf mit 98 Ringen, und kam dann auch noch in Zeitnot, alle 40 Schüsse im Limit von 50 Minuten abzugeben. Auch sie schloss jedoch mit zwei 100er-Serien ab, wobei sie ihren letzten "10er" keine 100 Sekunden vor Ablauf der Zeit ins Ziel lenkte. Am Ende standen 397:395 Ringe für Nicki gegen Denise Erber zu Buche.

In der Mittelpartie traf Altmeister Jürgen Wallowsky auf Hanna Bühlmeyer aus München. Am Ende standen für beide 396 Ringe auf dem Anzeigemonitor, und sie mussten ins Stechen. Hanna erzielte eine knappe 10, für "Wallo" kam die "Höchststrafe" eines Schützen herauf, eine 9,9. An Position vier musste Manuel Wittmann, der 393 Ringe auf die Scheiben brachte, bis zum allerletzten Schuss warten, um dann doch unglücklich mit einem Ring seinen Punkt an Daniel Karg abzugeben.

Andreas Geuther erwischte einen schwierigen Start, und erzielte in der ersten Serie lediglich 95 Ringe. Er steigerte sich enorm auf 99, 98 und 99 Ringe, konnte aber den Vorsprung von Sarah Grußmüller nicht mehr ganz wettmachen und verlor mit zwei Ringen. Zählt man die fünf Einzelergebnisse zusammen war das "Team CO" mit 1975:1974 zwar um einen Ring besser, musste aber trotzdem die Punkte in München lassen.

Nicht weniger dramatisch verlief am Sonntag die Partie mit der SSVG Brigachtal. Sabrina Hößl hatte es mit dem ungarischen Profi Peter Sidi zu tun. Sabrina war schnell und stark unterwegs, so dass Sidi schon am Ende der 40 Schuss keine Chance mehr hatte, um das Duell noch zu drehen (395:394). Sarounova startete ihren Wettkampf mit einer 9,8 gegen Selina Gschwandtner, erzielte danach 34 Zehner und lag eigentlich schon uneinholbar in Front. In den verbleibenden fünf Schüssen unterliefen ihr dann unerklärlicherweise noch drei Neuner, so dass es beim Stand von 396 Ringen für beide abermals zum Stechen kam. Sarounova gab ihren Schuss als erste ab: Eine neun. Dem ganzen Coburger Team stockte der Atem, wieder im Stechen verloren? Als dann Gschwandtner eine 8,9 auf die Scheibe brachte, war die Erleichterung mit Händen zu greifen.

Ein einziger Ring entschied

"Wallo" kam an diesem Tag zu einem relativ ungefährdetem 395:391 gegen Kerstin Kohler. Manuel Wittmann hatte erneut das Pech, seinen Punkt mit einem einzigen Ring abgeben zu müssen. An Position fünf hatte Andi Geuther gegen die Debütantin Annika Hurtig, die ein absolutes Spitzenergebnis von 395 Ringen ablieferte, keine Chance.

Letztendlich waren die Verantwortlichen mit dem Wochenende sehr zufrieden. Bei zwei Stechen wäre alles möglich gewesen. Aber mit 2:2 Mannschaftspunkten und 5:5 Einzelpunkten sowie Tabellenplatz fünf nach dem ersten Wochenende kann das Team in zwei Wochen selbstbewusst in Vöhringen antreten. rmo