Ein Busfahrer mit einem Fahrgast ist ein Chauffeur. Für den Passagier ein sehr günstiger Chauffeur, für den Steuerzahler vergleichsweise teuer. Dass die Organisatoren im Landratsamt von ihrem Konzept überzeugt sind und sich gerade kein Beteiligter aus Politik und Verwaltung ein schlechtes Zwischenzeugnis für ein Verkehrsprojekt ausstellen lassen will, steht außer Frage. Nur bringt es noch weniger, Millionen zu investieren und dann nicht der Realität ins Auge zu sehen.

Der erste Teil des Projekts ist geschafft. Gelder sind geflossen und bereitgestellt. Die Busse rollen und die Mobilitätszentrale opfert sich für die Vermittlung der Fahrpläne und die Organisation auf. Wäre da nur nicht die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis.

In der zweiten Phase bleibt den Verantwortlichen nichts anderes übrig als diejenigen wahrzunehmen, die in den Bus einsteigen sollen. Der Rentnerin aus einem Dorf wird es schwer zu vermitteln sein, dass sie einen erst Rufbus organisieren muss, um mit dem Linienbus nach Pressig zu kommen und dann in die Bahn umzusteigen um irgendwann ihre Geschäfte zu erledigen. Niemand wird davon profitieren, wenn ein Bus siebenmal am Tag fährt, aber niemand einsteigt. Am Ende bleibt das Auto mit Familienchauffeur.

Das Landratsamt hat die Testphase gestartet, um die Menschen vom neuen Konzept zu überzeugen und Probleme aus dem Weg zu räumen - was bereits geschieht. Nun gilt es, die Ideen derjenigen umzusetzen, die ihre Erfahrungen einbringen können. Das sind zweifellos die künftigen Fahrgäste - und die Busfahrer.