Solide Zahlen im heimischen Tourismus: Der Kreis Erlangen-Höchstadt bleibt bei Urlaubern und Geschäftsreisenden ein beliebtes Ziel. Auf rund 411 000 Gäste-Übernachtungen kam der Landkreis im vergangenen Jahr, das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitgeteilt. Die NGG bezieht sich dabei auf Beherbergungszahlen des Statistischen Landesamts.
Die ganze Tourismus-Region Steigerwald verzeichnete danach rund 1,9 Millionen Übernachtungen (plus 3,9 Prozent).
Auch die kreisfreie Stadt Erlangen bleibt bei Urlaubern und Geschäftsreisenden laut NGG ein beliebtes Ziel. Auf rund 526 000 Gäste-Übernachtungen kam die Stadt im vergangenen Jahr: Das sind sogar 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
"An der guten Bilanz haben die Beschäftigten in Hotels, Pensionen und Gaststätten einen enormen Anteil", betont NGG-Geschäftsführerin Regina Schleser in einer Pressemitteilung. Angesichts schon jetzt großer Belastungen seien Forderungen nach immer längeren Arbeitszeiten daher "vollkommen fehl am Platz".
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) habe wiederholt gefordert, die tägliche Höchstarbeitszeit durch ein maximales Wochenpensum zu ersetzen. Die NGG Nürnberg-Fürth spricht von einem "Irrweg": "Jeder, der im Gastgewerbe arbeitet, weiß, dass Überstunden gerade in der Hochsaison dazugehören. Das Arbeitszeitgesetz sorgt aber dafür, dass das für den Einzelnen erträglich bleibt", sagt Schleser. Das Gesetz schreibe eine Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich vor. In klar geregelten Ausnahmefällen könne sie auf zehn Stunden ausgedehnt werden.
Nach den Vorschlägen der Arbeitgeber wären extrem lange Schichten möglich, befürchtet die Gewerkschaft. "Ein 14-Stunden-Einsatz an der Rezeption oder im Ausschank haut aber jedem die Füße weg", sagt Schleser. Ob die Betriebe solche Arbeitszeiten bräuchten, sei fraglich. Flexibilität habe für die Gastro-Mitarbeiter auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt schon immer zum Job gehört.
"Die Umsätze im bayerischen Gastgewerbe steigen seit Jahren kräftig an. Statt den Arbeitsdruck weiter zu erhöhen, ist es Zeit, mehr Menschen einzustellen und die Leistung der Beschäftigten stärker anzuerkennen", so die Gewerkschafterin Schleser.
Allein im vergangenen Jahr sei der Umsatz in bayerischen Beherbergungsbetrieben nach amtlicher Statistik um 4,7 Prozent angestiegen - die Zahl der Beschäftigten in der Branche sei lediglich um 1,5 Prozent gewachsen. red