Mit einem Festkommers feierten die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins (GZV) 1891 Weidhausen das 125-jährige Bestehen. "In all den Jahren wurde einiges leichter, aber auch manches schwerer", führte Vorsitzender Wolfgang Eyrich aus und bedauerte, dass aufgrund der amtlichen Vorgaben wegen der Vogelgrippe die Ortsschau nicht durchgeführt werden könne, denn dafür seien eigens Jubiläumsbänder gefertigt worden.
Dass der GZV Weidhausen zu den ältesten Vereinen der Gemeinde zählt, machte Bürgermeister Markus Mönch (parteilos) deutlich. "Der Verein verfügt mit seinem Vereinsheim und der Zuchtanlage über beste Strukturen", stellte der Bürgermeister fest und bezeichnete die Taubenmärkte des Jubiläumsvereins als legendär. Die "Geflügler" gehörten zu Weidhausen dazu und seien aus der Gemeinde nicht wegzudenken. Auch er bedauerte, dass der Höhepunkt Ortsschau abgesagt werden musste. Gerade die Rassegeflügelzüchter seien Idealisten, die ihren Beitrag zur Artenvielfalt leisteten. Viel Arbeit und viele Herausforderungen hätten die Funktionäre im Verein zu leisten. Markus Mönch bat darum, nicht nachzulassen, da Vereine einen wichtigen Stellenwert in einer funktionierenden Gesellschaft einnahmen.
Kreisvorsitzender André Karl zeigte auf, dass hinter den 125 Jahren Fleiß und Können, Zeit und Geld steckten. "Ich kann das Ausstellungsverbot in Bayern nicht nachvollziehen, da in Thüringen Geflügel frei herumläuft und die Vereine dort Ausstellungen abhalten können. Uns geht es nicht ums Geld, sondern um unser Hobby, wir sind aber die Leidtragenden", merkte er kritisch an. "Ihr habt eine super Zuchtanlage und beste Voraussetzungen", zollte Gruppenvorsitzender Jörg Faber den Mitgliedern Anerkennung. Für die Ortsvereine gratulierte Norbert Wittmann. Musikalisch umrahmte die A-cappella-Gruppe Just Girls den Kommers, bei dem es einen Rückblick gab, den Nadine Freitag und Rudi Lux hielten.
Der Geflügelzuchtverein wurde am 11. Januar 1891 von 28 Bürgern aus der Taufe gehoben. Bereits vier Wochen später wurde der erste Taubenmarkt abgehalten. Immer wieder machte der Verein als Ausrichter überregionaler Schauen auf sich aufmerksam. Da während des Krieges das Vereinsleben ruhte, erfolgte 1945 die Wiedergründung. Die erste Ortsschau hielt der Verein 1981 ab. 1984 bauten die Mitglieder ihre Zuchtanlage mit Geflügelheim. Innerhalb der 125 Jahre hatten zwölf Männer den Vorsitz des Vereins inne. ake