Jürgen Rückert aus Untersiemau, der im Dezember 50 Jahre alt wird, ist einer, wie ihn das Ehrenamt im Sport braucht. Seit Jahrzehnten überall einsetzbar, unten an der Basis bei seinem TSV Untersiemau als Vorsitzender und Übungsleiter, und in der Nachwuchsarbeit mit Schwerpunkt bei der Sportjugend.

Dort setzt er bis heute im Kreis Coburg, auf oberfränkischer und bayerischer Ebene Akzente. Direkt vor der Haustür als Vorsitzender, in Oberfranken als stellvertretender Bezirksvorsitzender und Referent für die Übungsleiter-Ausbildung, und auf Landesebene als Mitglied des Ausschusses für Jugendpolitik und Strukturentwicklung. Außerdem ist er Kreis- und Bezirksvorsitzender des Bayerischen Volleyballverbandes, Fußballschiedsrichter und im Stadt- und Kreisjugendring Coburg tätig, bei Letzterem ebenfalls als Vorsitzender.

Neben zahlreichen Würdigungen bis hin zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde ihm nun eine besondere Auszeichnung zu teil: Er bekam die Ehrengabe der Deutschen Sportjugend (dsj) für seine Verdienste um die Jugendarbeit im Sport. Sie ist limitiert und wird als höchste Ehrung jährlich nur einmal pro Verband an eine Person auf Bundesebene vergeben. Grund genug, mit dem Multi-Funkionär zu sprechen.

Herr Rückert, überrascht wegen der Ehrengabe?

Jürgen Rückert: Ja, natürlich, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Auch wegen der Seltenheit der Verleihung.

Wie ordnen Sie das ein?

Diese Ehrung dürfte nun die höchste und letzte aus dem Bereich der Sportjugend gewesen sein.

Ein Ansporn zum Weitermachen?

Sie zeigt eher, wie lange man schon tätig ist und könnte als "Wink mit dem Zaunpfahl" verstanden werden, dass alles endlich ist.

Welche Ziele setzen Sie sich noch ?

Die Ämter nach und nach in jüngere Hände legen. Bei der Sportjugend auf Kreisebene ist mir das schon gelungen.

Bleibt Jürgen Rückert der streitbare Charakter, der den Blick auf Missstände richtet ?

Ja, auf jeden Fall. Während einer Laudatio bei einer Ehrung vor einigen Jahren hatte der damalige Landrat gesagt: "Ja, auch ich habe Deinen Sinn und Kampf für Gerechtigkeit zu spüren bekommen."

Die Fragen stellte Horst Wunner.