Am 50. Tag nach Ostern beschließt das Pfingstfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche nach sieben Wochen den österlichen Festkreis. Im letzten Gottesdienst am Pfingsttag wird als äußeres Zeichen die Osterkerze gelöscht und vom Altar weg an einen eigenen Standort gebracht.
Dieses Ritual fand heuer für die Höchstadter St.-Georgs-Pfarrei wegen der Kirchenrenovierung im überschaubaren Rahmen der Spitalkirche statt. Am Pfingstsonntagabend versammelte man sich dort zu einem Vespergottesdienst. Bereits am Vormittag trafen sich die Pfarreiangehörigen zu den Pfingstgottesdiensten in der Aula der Ritter-von-Spix-Mittelschule.
Dort erschloss Dekan Kilian Kemmer den Sinn des Pfingstfestes. Ein gesprochenes oder geschriebenes Wort behält seiner Ansicht nach nur bleibende Bedeutung, wenn es auch in die Tat umgesetzt wird. Jesus als das Mensch gewordene Wort Gottes sorge dafür, dass sich durch seinen Geist in der Welt Handlungen ereignen, die dem Guten dienen.
Dieser Geist beseele jeden getauften und gefirmten Christen, so Kilian Kemmer. "Der Heilige Geist als Geschenk an jeden ist nach dem Tod und der Auferstehung Christi die Liebeserklärung Gottes an die Kirche und die ganze Welt."


Hilfe für mehrere Projekte

Eine "solidarische Liebeserklärung" der Pfarrgemeinde an verschiedene Hilfsbedürftige gab Kemmer abschließend bekannt. In der Osterzeit konnten knapp 22 000 Euro an verschiedene Projekte weitergeleitet werden. Die Pfarrei sammelte für das Hilfswerk Misereor zu Gunsten von Umweltprojekten in Lateinamerika, für die Küche der Barmherzigkeit in Erewan über das Armenienprojekt der Gemeinde, für die Belange der Caritas vor Ort und die Erstkommunionkinder für die Kinder- und Jugendarbeit in den Gebieten der Diaspora. Fastenessen und der Verkauf von 1600 Osterkerzen flossen in den guten Zweck mit ein.
Die Soli-Brot-Aktion der Pfarrei in Zusammenarbeit mit allen Höchstadter Schulen ist in dieser Spendensumme noch nicht mit abgerechnet. Der Erlös aus dieser Aktion kommt heuer einem Herz-Jesu-Missionar in Lima in Peru, einem Patenprojekt der Realschule, zu Gute. Im Rückblick auf die vielen Aktionen und Projekte in den zurückliegenden Wochen der Osterzeit zeigte sich der Dekan zudem "sehr dankbar", dass alle Angebote, Gottesdienste, Wallfahrten und Prozessionen "unter den erschwerten Bedingungen einer fehlenden Kirche Dank einer zusammenstehenden Gemeinde" sehr gut durchgeführt werden konnten. LM