Ein ganz anderer Palmsonntag fand in diesem Jahr statt: kein Gemeindegesang und eine Stadtkapelle, die ohne zu proben sich freute, überhaupt spielen zu können, unter strahlend blauem Himmel und vor einer Sorge tragender Besucherschar. Trotzdem: Festlichkeit in Zeiten der Trübsal ist ein wohltuendes Gefühl in schweren Zeiten.

Einzig die vorgetragene Leidensgeschichte des Jesus von Nazareth verband sich tröstlich mit den Erfahrungen der Menschen in diesen Tagen. Die Gesangseinlagen von Diakon Georg Paszek unterstrichen den Passionscharakter. Das Kreuz Christi als Glaubensfrage stellte Stadtpfarrer Kilian Kemmer in den Mittelpunkt der Predigt . "Ist Christus für uns Gottes Sohn, obwohl er nicht vor dem Kreuz wegläuft oder weil er am Kreuz bleibt und daran stirbt?" Kemmer erinnerte daran, dass jeder Gläubige wie Jesus am Kreuz die Frage nach dem "Warum" stellen muss. Antwort darauf gibt es keine andere als die Botschaft des Kreuzes, "die Christen nur im Licht von Ostern annehmen, tragen und verstehen können". Die gesegneten Palmzweige stellen ein Bekenntnis zum Kreuz dar. Sie werden an die Kreuze in Häuser und Wohnungen angebracht zum Zeichen dafür, dass Jesus Kreuz und Tod überwinden konnte. Diese Hoffnung teilten Christen an diesem Palmsonntag vor der Lourdesgrotte im Garten des Schwesternhauses, in der Gremsdorfer St. Ägidiuskirche, auf dem Sterpersdorfer Kirchplatz oder in den drei weiteren Gottesdienstangeboten der St. Georgspfarrei. Die sonst große Palmprozession zur Stadtpfarrkirche fiel ohne Beteiligung der Gottesdienstbesucher klein aus. LM