Auch am kommenden Sonntag hat das Heimatmuseum in Weisendorf von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Im Zentrum steht dieses Mal die Wasserversorgung .

Trinkwasser war schon immer ein hohes Gut, bereits die Sumerer verlegten Wasserleitungen aus konischen Tonrohren, die mit Pech verklebt waren. Eine weitere Hochkultur, die alten Ägypter, gruben vor über 4500 Jahren tiefe Brunnen , um an gutes Grundwasser zu kommen. Die Meister der Wasserversorgung waren jedoch die alten römischen Wasserbauer. Sie wurden erst in der Neuzeit mit Hilfe moderner Techniken überboten. In Mitteleuropa ging das Wissen nach dem Untergang des Römischen Reiches verloren, jedoch werden die alten Aquädukte in einigen Ländern des Vorderen Orients heute noch gepflegt und genutzt, so unter anderem auch selbst in Großstädten wie Istanbul.

Im Mittelalter versorgte man sich durch Flusswasser, Sickerschächte oder wenn möglich aus Quellen. Wenn es unumgänglich war, nahm man auch täglich lange Fußmärsche auf sich. Langsam ging man dazu über, mittels Holzrinnen das Wasser wieder näher an die Siedlungen heranzubringen, weil das Grundwasser im Umfeld der Siedlungen immer mehr verunreinigt war. Am Anfang verwendete man Bleirohre, welche jedoch nur aus kurzen Stücken bestanden und sehr teuer waren. In unruhigen Zeiten waren sie ein sehr begehrtes Diebesgut.

In Weisendorf setzte man sogenannte Teuchel (mancherorts auch Deichel genannt) ein. Dabei handelte es sich um bis zu sechs Meter lange Holzstämme aus Kiefer- oder Tannenholz, die im Saft stehend geschlagen und dann anschließend von zwei Seiten ausgebohrt wurden. In reicheren Gemeinden leistete man sich diese Rohre auch aus Eichen gefertigt. In die Enden schlug man dann vom Schmied aus Blech gebogene und genietete Hülsen ein, die dann, wenn das Holz durch das Wasser wieder aufgequollen war, die Verbindung optimal abdichteten. Da die Herstellung der Leitungen verständlicherweise längere Zeit in Anspruch nahm, lagerte man sie bis zum Zusammenbau meist im Dorfweiher zwischen, musste sie jedoch bewachen. Die Bohrer hatten meist einen Durchmesser von sechs bis zehn Zentimetern. Oft kam es vor, dass sich die beiden Bohrungen nicht genau trafen, man setzte dann kleine Nager in die Bohrung, um zu testen, ob ein ausreichender Durchgang vorhanden war. War eine installierte Wasserleitung nicht mehr durchgängig, dann versuchte man mittels eingesetzter Aale den Durchfluss wieder zu ermöglichen.

In Weisendorf ist eine solche Wasserleitung vom Teufelsmoor am Karlsweg zum Schloss und von dort zum alten Brunnen auf dem Marktplatz belegt. Sie war in Betrieb, bis das Schloss Mitte des 20. Jahrhunderts mit Gussrohren an das Wasserversorgungsnetz angeschlossen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in Weisendorf auch noch zwei weitere Brunnen . Ein sogenannter Schwengelbrunnen am alten Gärtnerhaus und ein Ziehbrunnen neben dem alten Pfarrhaus von St. Josef. maw