Anne Frank , mit vollem Namen Annelies Marie Frank, war ein niederländisch-deutsches Mädchen , das dem nationalsozialistischen Holocaust zum Opfer fiel. Seit vielen Jahren erinnert die Stadt Herzogenaurach mit einer Kulturveranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Gedenktag ist am heutigen 27. Januar. Er ruft die Verbrechen und das geschehene Unrecht in der Zeit zwischen 1933 und 1945 ins Gedächtnis zurück.

Eine Ausstellung zu diesem Gedenktag in Herzogenaurach richtet sich hauptsächlich an Jugendliche und erzählt die Lebensgeschichte von Anne Frank und ihrer Familie sowie die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust . Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren. Sie hatte ein Tagebuch zwischen 1942 und 1944 in einem Versteck in Amsterdam geschrieben.

Themen

Im Mittelpunkt stehen die ersten Jahre der Familie Frank in Frankfurt am Main, die Flucht vor den Nationalsozialisten sowie ihr Leben in Amsterdam vor und während der Besatzungszeit. Die Ausstellung erzählt von dem Leben der Familie im Versteck, der Verhaftung und den letzten sieben Monaten in den drei Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen sowie von der Erinnerung an Anne Frank und ihrem Tagebuch.

Anne Frank wanderte 1934 mit ihren Eltern und ihrer Schwester Margot in die Niederlande aus, um als Juden der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Anne Frank versteckte sich ab Juli 1942 mit ihrer Familie in einem Hinterhaus in Amsterdam. In diesem Versteck hielt sie ihre Erlebnisse und Gedanken in einem Tagebuch fest. Dieses Tagebuch gilt als ein historisches Dokument aus der Zeit des Holocaust und die Autorin als Symbolfigur gegen die Unmenschlichkeit des Völkermordes während des NS-Regimes. Im August 1944 wurde das Versteck verraten. Die Familie wurde in Konzentrationslager deportiert. Anne Frank und die meisten Familienmitglieder wurden ermordet. Nur Vater Otto überlebte und veröffentlichte 1947 das Tagebuch seiner Tochter.

Symbol und Dokument

Das Tagebuch von Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich und gehört zu den berührendsten und bekanntesten Texten, die Verfolgte der NS-Diktatur hinterlassen haben. Es gilt als ein Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazi-Verbrecher und ist ein Dokument der Lebenswelt einer begabten jungen Schriftstellerin.

Die Ausstellung wendet sich direkt an junge Menschen mit Fragen zu Identität, Gruppenzugehörigkeiten und Diskriminierung: „Wer bin ich?“, „Wer sind wir?“, „Wen schließen wir aus?“ Sie geht zudem der Frage nach, was junge Menschen heute bewirken können, und stellt Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vor. Sie erzählt die Lebensgeschichte von Anne Frank und ihrer Familie sowie die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocausts . Die Wanderausstellung trägt den Titel „Lasst mich ich selbst sein“.

„Am Anne-Frank-Tag möchten wir an sie und alle Opfer des Nationalsozialismus erinnern und ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Gerade in Zeiten, in denen der Hass gegen Jüdinnen und Juden zunimmt und sich immer offener zeigt, ist es wichtig, schon früh damit zu beginnen, Kinder und Jugendliche für ein respektvolles und demokratisches Miteinander zu gewinnen“, sagte Bürgermeister German Hacker bei der Eröffnung im Garten der Volkshochschule.

Zum Inhalt der Ausstellung informierte Helmut Biehler vom Amt für Stadtmarketing und Kultur, der die Ausstellung mit vorbereitet hat. Die Ausstellung verbindet die Geschichte mit der Gegenwart. Darüber hinaus behandelt die Ausstellung die Formen von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung und die Frage, wie sich junge Menschen dagegen einsetzen können. Dabei schafft sie einen Lernort, in dem sich Kinder und Jugendliche mit Geschichte auseinandersetzen und diese mit ihrer heutigen Lebenswelt vergleichen können. Die jungen Menschen lernen den Angaben zufolge, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie einzusetzen.