Der Auktionator hebt den Hammer: „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – verkauft!“ Beim Kunst- und Kulturverein kamen am Sonntag die Werke von Hans Bitter unter den Hammer.

Gerne hätte Bernhard Belzer als Auktionator öfter den Zuschlag gegeben, allein das Interesse der Besucher hielt sich in Grenzen. Der Sommertag lockte die Menschen wohl mehr in die Biergärten oder in die Natur. Sehr schade, fand am Ende der Veranstaltung der etwas frustrierte Belzer. Immerhin hatten die Verantwortlichen des Vereins über 60 beachtenswerte Werke auf die Liste gesetzt und im Kunstraum seit dem letzten Jahr unter dem Titel „Retrospektive – 100 Jahre Hans“ präsentiert. „Hans Bitter war ein leidenschaftlicher Künstler und Leichtathlet “, sagt Zweite Vorsitzende Brigitte Graf-Nekola, die die Ausstellung zusammengestellt hatte.

Hans Bitter war nicht nur der erfolgreichste Athlet der Stadt Herzogenaurach , bei der TSH bekannt als „Gold-Hans“ (in der Leichtathletik holte er 1978 Gold bei den Europameisterschaften in Italien, 1979 Gold bei der WM im Niedersachsenstadion und 1980 dreimal Gold im Olympiastadion von Helsinki), sondern er war auch ein begnadeter Künstler. Seine kontrastreichen Aquarelle erinnern an Landschaften und Städte, die er gerne auch wiederholt besucht hat, so die Insel Norderney, Graubünden und vor allem Davos.

Gezeigt wurden über 100 Artefakte, Gouache- und Aquarellbilder sowie zahlreiche Skizzenbücher. Zugunsten des Vereins wurden die Werke aus dem Nachlass des Ausnahmetalents Hans Bitter verkauft, und mit der Kunstauktion wurde auch die Ausstellung beendet.

„Zwei Grundleidenschaften prägten Hans Bitter: Das Malen mit schnellem Strich in expressiver Manier und eine Landschaftsmalerei von zahlreichen Reisen, Skizzenbücher und Abstraktes“, erklärte Brigitte Graf-Nekola zur Eröffnung der Auktion. So seien manche Werke sehr subjektiv, andere flüchtig, sehr routiniert, aber immer authentisch. Bernhard Belzer und Brigitte Graf-Nekola betonten, dass unter anderem Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff Hans Bitter als Vorbilder dienten. Wie die Künstlergruppe erklärt, war Hans Bitter „ein Getriebener seiner Begabungen“, was seine sportlichen Erfolge ebenso ausdrückten wie seine künstlerischen Werke.

Im vergangenen Jahr wäre Hans Bitter 100 Jahre alt geworden. Dazu hatte der Kunst- und Kulturverein Herzogenaurach seinem Gründungsmitglied, das am 12. September 2011 gestorben ist, eine große Ausstellung vorbereitet und die Bevölkerung eingeladen. Doch dann kam Corona, die Regeln verschärften sich, die Retrospektive konnte nicht so umfassend, wie es geplant war, gezeigt werden. Nach dem Sinken der Inzidenz startet der Verein nun einen zweiten Anlauf. Die Ausstellung wurde bis zum vergangenen Sonntag verlängert und mit der Aktion beendet. Sae