Nach zwei Jahren Corona-Pause hatte der DGB Höchstadt wieder eine Kundgebung auf dem Marktplatz – wie Norbert Bechstein in seiner Begrüßungsrede meinte – in der „Guten Stube“ von Höchstadt eine 1.-Mai-Kundgebung abgehalten. Sie stand unter dem Motto „Gemeinsam die Zukunft gestalten“ . Die Wetterbedingungen waren optimal, dennoch kamen weniger Besucher als in den vergangenen Jahren.

Die Rednerliste war lang, wurde aber mit flotten Musikstücken von der Stadtkapelle Höchstadt aufgelockert. Die Begrüßung nahm der Vorsitzende des DGB Ortskartells Höchstadt, Norbert Bechstein, vor. Er verwies eingangs auf das Leid der Ukrainer und verurteilte den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine. Ein zweiter Schwerpunkt, sowohl in der Begrüßungsrede, als auch in der Hauptrede von Frau Sandra Siebenhüter, war der Transformationsprozess in der Arbeitswelt. „Der Wandel, in dem wir knietief drinstehen, ist nicht nur negativ und wir sollten ihn selbstbewusst als Chance begreifen“, führte Siebenhüter aus und „Ja er ist zwar ökonomisch revolutionär, weil die Digitalisierung unsere gesamte Arbeitswelt auf den Kopf stellt, aber er ist auch politisch revolutionär, weil er die bisherigen wirtschaftlichen und sozialen Machtarenen in Frage stellt. Und genau dies ist ein Türöffner für arbeitspolitische Verhandlungen.“

Siebenhüter ist Sprecherin des Arbeitskreises „Transformationsprozesse“ bei der Bezirksleitung der IG-Metall und weiß daher sehr genau, wovon sie spricht, wenn sie von der Transformation in der Arbeitswelt redet. Weiter führte sie aus: „Jenseits der Großbetriebe in der Automobilindustrie sind es vor allem Klein- und Mittelbetriebe des Handwerks, der Elektronikbranche und jene Maschinenbauer, die Anlagen für die Energiewende produzieren, die auch Gewinner der Transformation sind und die händeringend nach Arbeitskräften suchen.“

Das Thema der Transformation sprachen auch die anderen Rednerinnen und Redner an: Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich, Dritter Bürgermeister Axel Rogner, stellvertretender Landrat Martin Oberle und zum Abschluss auch Roland Holler, der Betriebsratsvorsitzende von Schaeffler in Höchstadt. red