900 Jahre Adelsdorf – obwohl eine große Feier pandemiebedingt nicht möglich war, wollte man dieses historische Datum nicht verstreichen lassen. Mit einem „Vater unser“, gemeinsam gebetet von Bürgermeister Karsten Fschkal (FW), seinen Vertretern, Mitgliedern des Gemeinderates sowie Pfarrer Thomas Ringer, Pfarrer Jens Arnold, Diakon Hans Scherbaum und den beiden Altbürgermeistern Ewald Münch und Armin Goß endete eine feierliche Zeremonie an der frisch gepflanzten Birke und der Gedenktafel „900 Jahre Adelsdorf “ im Adelsdorfer Schlosspark.

Ersterwähnung 1121

Im vorangegangenen Gedenkgottesdienst hatte Pfarrer Ringer an die wechselvolle Geschichte, das Auf und Ab des Ortes erinnert. „Einer hat die Menschen jedoch immer begleitet, nämlich Christus unser König. Ihm müssen wir stets dankbar sein!“ Pfarrer Arnold betonte: „Unter Gottes Schutz werden wir auch weiterhin eine gute Zukunft haben!“

Fischkal erinnerte in seiner Ansprache an die bewegte 900-jährige Vergangenheit des Ortes. Nach der erstmaligen Erwähnung 1121 gab es viele Namensformen (Ottelsdorf, Attelsdorf, Adelß-dorff), bis sich spätestens 1460 der Name Adelsdorf etablierte. Dompropst Egilbert von Bamberg hatte für sein Seelenheil den Ort an die Kathedrale Bamberg gestiftet. „Der Todestag des Domprop-stes am 24. Februar 1121 ist somit geschichtlich der Tag der Ersterwähnung unserer Ortschaft. Und eines waren wir Adelsdorfer immer, nämlich ,Freie Franken‘, die direkt dem Kaiser unterstanden“, stellte Fischkal heraus.

Umkämpfte Aischüberquerung

Adelsdorf habe in den vergangenen neun Jahrhunderten viele Lehensträger gehabt, was sich auch im Wappen der Gemeinde aus dem Jahr 1967 zeige. „Erwähnt seien hier die Edelherren von Schlüsselberg (Schlüssel), die Grafen von Schönborn und die Freiherrn von Bibra (Biber), welche ab 1696 im Besitz von Adelsdorf waren.“

Viel sei in den vergangenen 900 Jahren passiert, in denen sich Othlohesdorf vom Ritterdorf zu Adelsdorf , der Großgemeinde, entwickelt hat. „Um Adelsdorf wurde oft gekämpft – die Ortslage war, bedingt durch die Kontrolle der Überquerung der Aisch – strategisch sehr wichtig, und so war Adelsdorf in viele Kriege verwickelt. Die im 12. Jahrhundert erbaute Wasserburg zu Othlohesdorf – sie stand im Bereich des heutigen Friedhofs – wurde im Hussitenkrieg 1430 stark beschädigt und im Bauernkrieg 1525 quasi zerstört .“ Im 16. Jahrhundert habe man den Nachfolgebau errichtet, das heutige Adelsdorfer Schloss. Diese bewegte Geschichte des Ortes wurde von Graf von Matuschka in einer Chronik zusammengefasst. Das beeindruckende Werk wird nun von Kreisheimatpfleger Manfred Welker fortgeschrieben.

Fischkal abschließend: „Der Rückblick auf unsere Geschichte erfüllt uns mit Demut und auch Ehrfurcht vor den Menschen, die hier über die Jahrhunderte siedelten, arbeiteten und lebten und damit den Grundstein für unser heutige Gemeinde legten. Sie machten Adelsdorf zu ihrer und unserer Heimat und dieses Erbe wollen wir erhalten, dafür wollen wir Menschen von heute uns einsetzen – damit Adelsdorf auch in den kommenden 900 Jahren Menschen eine Heimat bietet, in der sie glücklich sind und sich aufgehoben fühlen. Gott schütze unsere Gemeinde Adelsdorf !“

Die Gedenktafel wird demnächst gegen eine Steinplatte ausgetauscht, die somit viele weitere Jahrhunderte überstehen soll.