Es gibt Konzerte, die das Staunen lehren: so vor kurzem beim Förderkreis „pro musica“. In einer Matinee-Vorstellung musizierten Alma Keilhack (Violine) und Dorian Keilhack (Klavier) – der erst 15-jährige Geigenstar aus der Nachwuchsriege deutscher Virtuosinnen mit dem hochprofessionellen Pianisten- und Dirigentenvater. Dies vorneweg: Über den Generationssprung hinweg erlebten die zahlreichen Hörer ein beglückend gleichgewichtiges Musizieren – sowohl hinsichtlich der technischen Perfektion als auch der musikantischen Gewichtung: schlicht ein Kunstgenuss!

Mit Beethoven- und Schumann-Sonate war der klassisch-romantische Gestus herausfordernd abgedeckt im Programm, mit dem Presto aus der „Partita“ des Polen W. Lutoslawski kam das 20. Jahrhundert in seiner tollkühnsten Art zu seinem Recht. Den Abschluss – und atemlos bestaunt – bildete eine virtuose Gipfelstürmerei des Spätromatikers H. Wieniawski, die Violinsolistinnen zu allem herausfordert, was auf der Geige unendlich schwer ist. Nach wenigen Takten konnte man sich beruhigt zurücklehnen und eben einfach nur staunen: Wie selbstverständlich kann es einem Teenager möglich sein, geradezu schlafwandlerisch solche Perfektion in den Raum der Hörer zu werfen? Und nicht nur dies, sondern auch das stilistische Eigenleben des gesamten Programms in seiner Vielfalt?

Für den Rezensenten freilich war die vollendete Intimität der Zugabe der künstlerische Höhepunkt des Konzertes: Das unendlich beseelt gespielte „Après un rêve“ von G. Fauré – der Nachklang eines Liebestraums … kds