Zur Südumgehung Niederndorf und dem Artikel „Vögel zwitschern Straße Todeslied“ im FT vom 22. April 2021:

Der Bund Naturschutz Herzogenaurach /ERH sollte sich ein Beispiel am BN Nürnberg (Thema Ausbau Frankenschnellweg) nehmen, der sich intensiv für die Entlastung der Anwohner des Frankenschnellwegs einsetzt. Dort setzt man sich auch dafür ein, dass der Lkw-Verkehr aus der Stadt verlagert wird. Und dies unter Akzeptanz von drastisch erhöhtem CO2CO2-Ausstoß auf den langen Umgehungsstrecken um Nürnberg herum. Warum soll für die Anwohner in Niederndorf/Neuses nicht Ähnliches gelten?

Die geplante Trassenführung der Südumgehung berücksichtigt die Lebensräume der vorhandenen Tierarten (auch des Mittelspechts und des Braunkehlchens) und schafft durch die Anlage von vielen Büschen und Bäumen an den Straßenrändern viel neuen Lebensraum für Vögel und Kleintiere.

In der heutigen, von Landwirtschaft geprägten Landschaft sind Buschreihen nur bedingt vorhanden. Ein gutes Beispiel für gelungene Ausgleichsflächen sind die angrenzenden Bereiche an die Nordumfahrung Herzogenaurachs. Diese Bereiche ziehen mit der Schaffung von Aufenthaltsbereichen, mit undurchdringlichen Hecken, mit Bäumen und interessanter Gestaltung des Lärmschutzes nicht nur Tiere wie Vögel, Hasen und Fasane an. Auch die Bürger Herzogenaurachs sind dort gerne und verstärkt anzutreffen.

Dies trifft für den Süden Hauptendorfs heute nur bedingt zu. Der Bund Naturschutz Herzogenaurach sollte zur Kenntnis nehmen, dass die Niederndorfer Durchgangsstraßen in Nord-Süd- wie auch in Ost-West-Richtung für diesen Verkehr völlig ungeeignet sind (siehe FAQ „Warum braucht Herzogenaurach überhaupt eine Ortsumfahrung?“).

Zu den zu schmalen Straßen kommen noch zu schmale oder überhaupt fehlende Gehwege. Es macht selbst erwachsenen Anwohnern Angst, sich am Gehweg vor dem Frisör zu befinden und die Lkw rauschen im Abstand von 0,5 Metern an einem vorbei! Das Argument, Navis führen Lkw auch in Zukunft auf der kürzesten Strecke durch Neuses/Niederndorf, ist keines, da mit der Südumgehung für Lkw nur noch der Anliegerverkehr freigegeben wird.

Wir Niederndorfer wollen, dass die Anliegen Verkehrs ­sicherheit und Gesundheit berücksichtigt werden und so der Ortskern wieder lebens- und liebenswert wird. Der BN Herzogenaurach könnte durch konstruktive Mitarbeit einen großen Beitrag für Natur und Mensch leisten.

Herbert Barthel und Manfred Gronbach

Niederndorf