Wachenroth  — Hauptsächlich Bauangelegenheiten waren in der Sitzung des Marktgemeinderats am Donnerstag zu behandeln. Neben etlichen Baugesuchen stand die Änderung des Bebauungsplans „Saugraben“ zur abschließenden Behandlung an. Bevor jedoch der Satzungsbeschluss gefasst werden konnte, galt es, mit Ingenieur Schöfer vom Höchstadter Planungsbüro die eingegangenen Stellungnahmen abzuwägen.

Der Bebauungsplan „Saugraben“ überzieht ein fast vollständig bebautes Wohngebiet am Ortsrand Richtung Albach. Mit dem Änderungsverfahren soll für fünf Grundstücke die Zahl der Wohneinheiten von drei auf sechs angehoben werden. Dadurch werden mehr Stellplätze notwendig. Um die Bauflächen möglichst gut nutzen zu können, sollen Stellplätze auch außerhalb der Baugrundstücke entstehen. Unter anderem wird ein als Grünfläche ausgewiesenes Areal in eine Parkplatzfläche umgewandelt werden. Wegen des Wegfalls von Grünflächen forderte das Landratsamt eine „Eingriffsbilanzierung“, die den Verlust durch die Versiegelung kompensieren soll.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Stellplätze an den Wald angrenzen. Deshalb bestehe die Gefahr von herabfallenden Äste oder umstürzenden Bäumen. Es wird empfohlen, bei Wind- und Sturmereignissen die Parkplätze frühzeitig zu sperren. Außerdem seien abgestorbene Bäume oder Totholz in den Kronen zu entfernen. Durch erhöhten Sicherheitsaufwand und Kontrollen würden auf die Gemeinde erhöhte Aufwendungen zukommen.

Von privater Seite lag eine Stellungnahme vor. Darin werden Bedenken gegen die Pflanzung von vier „im Karree stehenden Bäumen“ angemeldet. Das Gremium stellte fest, dass die Standorte der Bäume nicht verbindlich sind.

Gemeindewappen für Stützmauer

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde der Auftrag für die Herstellung des Gemeindewappens, das künftig die neue Stützmauer in der Hauptstraße schmücken soll, vergeben. Die Räte stimmten dem Entwurf zu und beauftragten die Firma Stahl- und Metallbau Belzer in Obermichelbach zum Angebotspreis von 8270 Euro.

Mit der Herstellung der Wasserleitung im nördlichen Bereich von Reumannswind wurde das ortsansässige Unternehmen Gumbrecht beauftragt. Die Angebotssumme beläuft sich auf knapp 38 000 Euro. Sofern weitere Anwesen angebunden werden sollen, erhöht sich die Summe entsprechend.

Gleich zu Beginn der Sitzung gab es eine Überraschung für Bürgermeister Friedrich Gleitsmann : Seine Stellvertreter, Zweiter Bürgermeister Reiner Braun und Dritter Bürgermeister Felix Knorr, gratulierten dem Gemeindechef zum 25.Dienstjubiläum und würdigten Gleitsmanns Verdienste mit einer Urkunde. Reiner Braun sprach die Glückwünsche auch im Namen des Gemeinderats , der ehemaligen Stellvertreter, sowie aller Mitarbeiter der Gemeinde aus. „Gerne hätten wir ein rauschendes Fest organisiert, um das Jubiläum gebührend zu feiern“, so Braun. Leider sei dies derzeit nicht möglich.

Rückblickend erinnerte Braun daran, dass Gleitsmanns erste Jahre keine leichte Zeit gewesen seien. Die Gemeinde sei hochverschuldet gewesen und weitere große Projekte standen an. „Der Spagat zwischen Sparen und den notwendigen Investitionen ließ nicht viel Spielraum für Luxus“, betonte Braun.

Dennoch schien nach dem Austritt aus der VG Höchstadt Aufbruchsstimmung in der Marktgemeinde zu herrschen. Das 1000. Jubiläum wurde gefeiert, „ein Fest, das noch lange in Erinnerung bleiben wird“, wie Braun betonte. Anhand zahlreicher Maßnahmen machte Braun Gleitsmanns Verdienste um die Gemeinde deutlich. Für Heiterkeit sorgte ein Zitat, das Braun anlässlich Gleitsmanns erster Trauung gefunden hatte. „Macht euch nicht verrückt, das ist auch für mich das erste Mal“, soll der neue Bürgermeister dem Brautpaar mit auf den Weg gegeben haben.