Das Stück „Momentum“ der niederländischen Theaterautorin Lot Vekemans feiert im Markgrafentheater Erlangen diese Woche sowohl seine Wiederaufnahme wie auch seine Derniere. Ab Freitag, 12. November, ist das Stück nach langer Pause wieder zu sehen, aber nur für zwei Vorstellungen: Tags darauf, am Samstag, 13. November, wird es zum letzten Mal im Markgrafentheater aufgeführt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Und darum geht es: House of Cards im Markgrafentheater – oder: Wie viel Schwäche verträgt die Macht? Ausgerechnet kurz vor der angestrebten Wiederwahl verweigert der Regierungschef Meinrad Hofmann die erneute Kandidatur. Er fühlt sich ausgelaugt: Depression statt Rezession. Wenn Macht sich als Ohnmacht tarnt, wofür lohnt es sich dann noch zu kämpfen?

Gegen dieses Gefühl der Lähmung versuchen Ebba, Meinrads Frau , und sein engster Berater mit allen Mitteln vorzugehen. Ob der Dichter Ekram mit einem politischen Gedicht helfen kann? Schließlich steht und fällt mit dem Regierungsamt auch ihr bisheriges Dasein.

Nach all den Jahren, die Ebba ihrem Mann den Rücken freigehalten hat, drehen sich nun die Vorzeichen: Soll sie ihn weiter unterstützen oder eigene Wege gehen? Am Wendepunkt ihres Lebens erscheint Ebba plötzlich ihr totgeborenes Kind. Eine Stimme aus der Vergangenheit, die Ebba gemahnt, das Momentum des Umbruchs für eine selbstbestimmte Zukunft zu nutzen.

Lot Vekemans wurde mit ihrem Stück „Gift: Eine Ehegeschichte“ und dem Monolog „Judas“ in Deutschland einem breiteren Publikum bekannt. In „Momentum“ geht es jetzt um die Psychologie der Macht und das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen und privaten Machtspielen. Regie führt Elina Finkel, auf der Bühne stehen Ralph Jung, Alissa Snagowski, Hermann Große-Berg, Jannik Mioducki und Enrique Fiß. red