Der Figuren-Theater-Sommer 2021 geht in die letzte Runde. Das 22. internationale Figuren-Theater-Festival fand im Mai ausschließlich kontaktlos und digital statt, verbunden mit dem Versprechen, möglichst alle ursprünglich für den Festivalzeitraum geplanten performativen Sonderprojekte, Installationen, Eins-zu-Eins-Begegnungen und Aktionen im öffentlichen Raum im Laufe des Jahres nachholen zu wollen.

Im Juli und August wurden in Erlangen bereits 19 Produktionen präsentiert. Vom 14. bis 19. September stellen sich nun sieben weitere Gruppen in Erlangen vor. Alle Produktionen sind kostenlos, aufgrund von geringen Platzkapazitäten und vielen Eins-zu-Eins-Begegnungen ist eine Terminbuchung unter figurentheaterfestival.de erforderlich.

Künstliches Glück

Der renommierte niederländische Theatermacher und Bildende Künstler Dries Verhoeven kommt nach Erlangen . „Happiness“ definiert einen Raum künstlichen Glücks , in dem ein menschlich aussehender Roboter bewusstseinsverändernde Substanzen erklärt. International bekannt sind auch die Asphalt-Piloten aus der Schweiz, die in „Tape Riot“ den öffentlichen Raum durch zeitgenössischen Tanz neu definieren.

„Money Maus Living Room“ ist der Titel eines Projekts, das die Figurentheater-Künstlerin Stefanie Oberhoff mit dem ungarischen Team Drozdik co. Lázár co. entwickelt hat. Darin wird der Hunger nach Macht und Profit der ungarischen Regierung durch eine Riesenpuppe versinnbildlicht. Der französische Puppenspieler Yannick Stasiak lässt in „Roundabout“ die Frage nach der Trennlinie zwischen Objekt und Körper sichtbar werden.

Ein Publikumsliebling ist seit vielen Jahren Christoph Bochdanksy. In „Das Leben misst dir deinen Teufel an (den passenden bekommst du zugeteilt)“ zeigt er kurze Geschichten aus dem Zwischenbereich von Diesseits und Jenseits, von hier bis zur Hölle – ein teuflisches Vergnügen!

„As Far As My Fingertips Take Me“ der libanesischen Künstlerin Tania El Khoury ist eine Begegnung zweier Personen – durch eine Wand voneinander getrennt, berühren sich lediglich ihre Hände und Arme – anonym und doch sehr nah.

Flucht auf den Arm gemalt

Der Künstler Basel Zaraa malt Bilder der Fluchterfahrung auf den Arm der Besucher:innen. Nachdem „A Thousand Ways – (Part One): A Phone Call“ von der amerikanischen Gruppe 600 Highwaymen im Mai für viele intensive Gespräche zweier fremder Personen am Telefon geführt hat, gibt es nun bei „A Thousand Ways – (Part Two): An Encounter“ die Möglichkeit, einem Menschen real zu begegnen.

Eine Übersicht der aktuellen Termine in Erlangen ist auf figurentheaterfestival.de zu finden. red