Kassensturz an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): Studierende beklagen erneut starke Einschnitte in Studium und Lehre nach der Mittelverteilung für 2022. „Das Geld reicht hinten und vorne nicht“, stellten die studentischen Mitglieder des zentralen Gremiums zur Vergabe der Studienzuschüsse (ZGS) an der FAU auf ihrer Sitzung im Juli fest.

Das aus Studierenden , Mitarbeitenden und Lehrenden paritätisch besetzte Gremium stand laut Pressemitteilung wie in jedem Jahr vor der großen Herausforderung, zahlreiche innovative und kreative Anträge zur Verbesserung der Studienbedingungen gegen dringend notwendige Basisausstattung abzuwägen. Die Situation in diesem Jahr war allerdings besonders angespannt, da seit vergangenem Jahr auf viele Haushaltsposten nicht mehr Einfluss genommen werden kann. Insgesamt übersteigt die Anfrage das begrenzte Budget um ca. 2 Millionen Euro.

Die Studienzuschüsse sind eine jährliche Zahlung der bayerischen Landesregierung an die Universitäten und Hochschulen , die seit 2013/14 den Wegfall der Studiengebühren ausgleicht. „Jetzt kann man sich fragen, ob es eine wirkliche Verbesserung der Studienbedingungen ist, wenn wir mit diesen Mitteln eine Kürzung der Öffnungszeiten der Bibliothek verhindern oder Seminarräume mit WLAN-Zugang ausstatten. Sollte es sich dabei nicht eher um die Basisausstattung einer Hochschule des 21. Jahrhunderts handeln?“, kritisiert David Filgertshofer, einer der studentischen Vertreter..

Trotz einer Gesamtinflation von 11,4 Prozent und einer Steigerung der Studierendenzahlen in Bayern um 14 Prozent ist die Summe der Studienzuschüsse seit 2014 gleich geblieben – sie beträgt 189 Millionen Euro. An der FAU Erlangen-Nürnberg kommen seitdem ca. 22 Millionen Euro an. red