„Der Umgang in Höchstadt mit prächtigen Exemplaren aus dem Pflanzenreich gibt (sicher nicht nur mir) immer wieder Anlass zu Entsetzen und Fassungslosigkeit“, schreibt die Vorsitzende der Höchstadter Grünen, Sonja Koenigk, in einer Stellungnahme.

Jetzt seien es nicht nur Blühhecken und -sträucher, sondern sogar „ Bäume stattlichen Ausmaßes in Höchstadt-Süd, die dem Menschen und seiner Bequemlichkeit im Wege stehen und daher weichen müssen“. Eine einzige Stimme für die Natur habe sich im Umweltausschuss des Stadtrates gefunden. Diese Position von Irmgard Schlehlein, „für die ich dankbar bin“ (Koenigk), sei mutig angesichts der Phalanx altgedienter Herren in diesem Ausschuss.

„Es muss uns Menschen klar werden, dass wir nicht gegen die Natur leben können, sondern nur respektvoll mit ihr“, argumentiert Koenigk. Sie findet das Argument „ignorant“, dass Lebensqualität durch Schatten gemindert werde. Schatten sorge für eine angenehme, wohltuende Atmosphäre, spende gute Luft und Schutz. Vor allem biete ein Baum vielfältigsten Lebensraum. Und noch abstruser erscheinen Koenigk die vom Umweltausschuss für die Baumfällung akzeptierten Argumente, dass die Autos unter Bäumen durch Blattläuse und kleine Eicheln leiden würden. „Ach, das Auto, des Deutschen liebstes Kind!“, spottet die Grünen-Politikerin. Sie möchte wissen, ob den Beschwerdeführern „denn nicht bewusst ist, welchen Wert Bäume haben und welche Funktion alles gewachsene Grün angesichts Klimaerwärmung und CO2CO2-Problematik einnimmt?“ Die beschlossene Fällung reihe sich ein „in eine traurige Serie der Vernichtung von Hecken, Sträuchern und Bäumen – seit Jahrzehnten bis in die jüngste Vergangenheit.“

Begonnen habe das vor 40 Jahren am Kellerberg und sei weitergegangen in Etzelskirchen. Man sehe, so Koenigk weiter, „überall Belege für die Ge-ringschätzung wertvoller Vegetation“. Mit welcher Verachtung man wertvollem Stadtgrün gegenüberstehe, zeige sich nicht nur verbal („Gestrüpp“), sondern für alle sichtbar nun seit vielen Wochen in der Steinwegstraße: Für immer verloren sei dort ein traumhaftes Ensemble gelbblühender Forsythien neben weißem Schneeball unter rosa üppig blühenden Zierkirschen. Die jüngst Gefällte: dreistämmig mit Durchmessern von je 30 Zentimetern. Entwertet sei nun das Fotomotiv vom Stadtturm bis zur St.Georgs-Kirche.

„Gravierende Fehler in Straßen- und Stadtplanung zeigen sich hier“, so die Grünen-Politikerin weiter. Unter der nun nicht mehr existierenden Hecke verlaufe ein Rohr.

Kurios sei dieser Verlauf, „denn die beidseitigen Anschlüsse liegen unter der Straße, während das Rohr beidseitig einen Knick beschreibt und somit nicht unter der Straße, sondern unter der Hecke verläuft“. Die Steinwegstraße wird saniert werden. Das besagte Rohr ebenfalls. Es sei zu hoffen, dass dabei „die Fehlplanungen ausgemerzt werden können und ein neues Rohr unter der Straße verbaut wird“. red