140 Jahre Obst- und Gartenbauverein Höchstadt, 100 Jahre Mosterei und Brennerei: Das rechtfertigt einen Jubiläumsabend, welcher mit musikalischer Untermalung durch den 17-jährigen Clemens Polifke an der Gitarre im Gewölbe des Höchstadter Schlosses stattfand.

Der mit Stand vom 30. September 1091 Mitglieder zählende Verein ist zwar nicht der größte der Stadt, aber „er hat eine riesige Seele für unsere Natur und unser Stadtbild“, so Bürgermeister Gerald Brehm in seiner Rede. Er habe zwar heute keinen Scheck dabei, aber vor ein paar Tagen hätte er einen Scheck über 15 000 Euro für die Mosterei übergeben.

Jene Summe zog sich als „Running Gag“ durch sämtliche folgende Laudationes. Zunächst sprach Landrat Alexander Tritthart . „Wer einen Garten hat, braucht kein Fitnessstudio“, erklärte dann Stefan Müller ( MdB ) in seiner Laudatio.

Mit Wolfgang Vaitl hatte der Präsident des Landesverbands vom Obst- und Gartenbauverein den Weg nach Höchstadt gefunden. Er lobte die Jugendarbeit , „Die nachfolgende Generation kann so das, was die Generationen früher konnten. Wir haben nämlich eine Lücke dazwischen, die nicht gelernt hat, wie man damit umgeht.“ Sortenreine Brände sieht er als Zukunft, so dass er zu sortenreinen Streuobstwiesen rät.

Eine sehr lebendige Laudatio hielt die evangelische Pfarrerin Sibylle Stargalla: „Sie leisten einen Beitrag zur Bewahrung unserer Schöpfung.“ Sie überreichte dem Vorsitzenden Herbert Lawrenz einen Kalender mit Aquarellen.

Der katholische Pfarrer Kilian Kemmer war schon bei der 125-Jahr-Feier mit dabei. Er erwähnte, dass der Obst- und Gartenbauverein von einem seiner Vorgänger, dem Stadtpfarrer Konrad Mau-derer, gegründet wurde, und dass dies keine Seltenheit dargestellt habe, dass gerade Pfarrer solch einen Verein gründen, „wegen des Gefühls , für die Schöpfung Verantwortung zu tragen“.

Er versprach, dass er zur Einweihung des Neubaus ein schönes Kreuz mitbringen würde. „Das ist zwar keine 15 000 Euro wert, mag aber viel Segen bringen.“

Die folgenden Minuten nutzte Lawrenz, um den Gästen in einem kleinen Rückblick die Entstehung des Obst- und Gartenbauvereins mit den wichtigsten Eckdaten näherzubringen: „Unser Ziel war und ist es, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Obst zu verwerten.“

Bei den Ehrungen für 50 Jahre Treue wurde Lawrenz dann vom Bezirksvorsitzenden Gerhard Durst unterstützt. „Die Höchstadter waren immer der Zeit vo-raus“, sagte er und zitierte anschließend ein afrikanisches Sprichwort: „Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, dann können Sie die Welt verändern.“

Von den sechs zu Ehrenden waren mit Hans Frischmann, Adolf Maier und Friedrich Sapper nur drei vor Ort, aus Krankheits- beziehungsweise Altersgründen fehlten die anderen drei. Eine weitere Ehrung für 15 Jahre Treue zum Verein erfuhr Wolfgang Giering.

Dann wurde Durst noch mal ernst: „Normalerweise bekommt man die Ehrennadel mit Kranz erst nach 50 Jahren, aber einen so rührigen Vorsitzenden , den kann man nicht so lange warten lassen.“ So erhielt Herbert Lawrenz in Anerkennung seiner Leistungen die Auszeichnung bereits nach 35 Jahren Mitgliedschaft. Britta Schnake