Wenn andere sich nach dem Aufstehen noch die Augen reiben, sind sie schon an ihrem Einsatzort und sorgen für Sicherheit . Alljährlich zum Schulanfang stehen Kommunen und Landkreis vor der schwierigen Aufgabe, genügend freiwillige Helfer zur Sicherung der Schulwege an gefährlichen Straßenübergängen für die Schüler zu finden.

Auf dem Festplatz am Weihersbach freute sich Wolfgang Gerstberger, Leiter der Gebietsverkehrswacht Herzogenaurach , über 43 neue Lotsen aus Mittel- und Realschule sowie dem Gymnasium, die nach ihrer Ausbildung durch Verkehrserzieher und Polizeioberkommissar Bernd Lösch und nach einer Prüfung jetzt ihren Dienst antreten.

Der Einsatz als Schülerlotsen ist gar nicht so schwierig, denn sie werden gründlich vorbereitet. Die Polizei übernimmt die Ausbildung, die sechs bis zwölf Stunden dauert. Die Schülerlotsen lernen dabei wichtige Regelungen kennen, das Einschätzen von Geschwindigkeiten und Bremswegen von Fahrzeugen.

Doch nicht nur Wissen pauken steht auf dem Programm. Besonders viel Wert legen die Ausbilder darauf, dass die Schülerlotsen sich umsichtig verhalten und ihrer Tätigkeit konzentriert und verantwortungsbewusst nachgehen − denn andere Menschen müssen sich auf sie verlassen können.

Ausbildung in mehreren Blöcken

An den Herzogenauracher Schulen sind schon seit Jahren Schülerlotsen im Einsatz. Es handelt es sich dabei um Schülerinnen und Schüler . Sie müssen mindestens 14 Jahre alt sein, sich freiwillig für dieses Ehrenamt gemeldet haben, charakterlich geeignet sein und eine Ausbildung in mehreren Blöcken durchlaufen.

Dabei werden sie vom Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Herzogenaurach und Betreuungslehrern ihrer Schule betreut. Nach einer erfolgreichen Prüfung und der Einweisung vor Ort sind sie an Fußgängerüberwegen, Ampelübergängen und gefährlichen Schulwegen im Einsatz.

Schon von weitem sind sie in ihren neon-gelben Jacken zu erkennen: Die Schülerlotsen, Verkehrshelfer und Schulweghelfer sind vor Schulbeginn und nach Schulschluss an vielen Schulen im Einsatz, vor allem an gefährlichen Stellen wie Überwegen ohne Ampeln und Zebrastreifen. Hinter den drei Begriffen verbirgt sich dasselbe Engagement, doch werden die Engagierten regional unterschiedlich benannt.

Prüfung in Theorie und Praxis

Die Ausbildung wurde durch den Verkehrserzieher der Polizeistation Herzogenaurach Bernd Lösch durchgeführt. Sie bestand aus einem theoretischen Unterricht mit anschließender Prüfung sowie einer praktischen Ausbildung. Hier wurde jeder Schülerlotse in seine Arbeit eingewiesen.

Wie Gerstberger erklärt, sind sie für viele Autofahrer ein vertrautes Bild beim morgendlichen Weg zur Arbeit. Aber: „Als ehrenamtliche Verkehrshelfer versehen sie keine Polizeidienste“, erklärt Wolfgang Gerstberger. Sie greifen nicht regelnd in den Verkehr ein und ahnden keine Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung. Doch es gibt noch andere Voraussetzungen für den Schülerlotsendienst. „Die Schüler müssen erst einmal Interesse daran bekunden, dann müssen die Eltern ihr Einverständnis geben und schließlich muss noch die Schule bestätigen, dass diese Schüler auch geeignet sind“, sagt Gerstberger.

„Die Schüler lernen, dass der Dienst am Mitmenschen sehr wichtig ist, und das wird auch positiv im Zeugnis vermerkt − bis ins Abiturzeugnis.“ So habe er die Erfahrung gemacht, dass Firmen in Bewerbungen auch auf derartige Auszeichnungen schauen. Das Herzogenauracher Gymnasium lege seinen Schülern außerdem nahe, dass jeder bis zur zehnten Klasse zehn ehrenamtliche Stunden abgeleistet haben sollte. „Das kann eben zum Beispiel im Lotsendienst oder auch im Schulsanitätsdienst sein“, so Gerstberger.