Nach monatelangen intensiven Ermittlungen hat die Nürnberger Kriminalpolizei eine mutmaßliche Schleuserbande ausgehoben. Am Donnerstag nahmen Einsatzkräfte in Mittelfranken vier Männer fest. Sie stehen in Verdacht, den Transport syrischer Flüchtlinge nach Deutschland organisiert zu haben.

Bereits im November 2020 hatten sich für das Nürnberger Fachkommissariat erste Hinweise auf eine Schleuserbande ergeben, die von Mittelfranken aus die illegale Einreise syrischer Flüchtlinge von Österreich nach Deutschland koordiniert und teilweise durchgeführt haben sollte. Im Zug umfangreicher operativer Maßnahmen und in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizeiinspektion Passau sowie dem Landeskriminalamt Oberösterreich gelang es den Ermittlern schließlich, vier Hauptverdächtige im Alter von 19 bis 23 Jahren zu identifizieren. Aufgrund mehrerer Aussagen festgenommener Schleuser verdichtete sich die Beweislage gegen die Tatverdächtigen zuletzt derart, dass Durchsuchungsbeschlüsse für deren Wohnungen erlassen wurden.

Als der Kriminalpolizei darüber hinaus konkrete Hinweise dafür vorlagen, dass am Donnerstag erneut eine Schleusung durchgeführt werden sollte, vollstreckten die Ermittler die vorliegenden Beschlüsse. Mit Einsatzkräften des Unterstützungskommandos der Bayerischen Bereitschaftspolizei durchsuchten sie insgesamt vier Wohnungen in Nürnberg und im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. In einem etwa 40 Quadratmeter großen Appartement in Nürnberg fanden die Beamten insgesamt elf Personen vor. Bei einer dieser Personen stellte sich bei der ersten Überprüfung heraus, dass sie tatsächlich illegal nach Deutschland geschleust worden war. Gegen alle Anwesenden erstattete die Polizei außerdem Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz . Die vier Haupttatverdächtigen wurden bei der Durchsuchung ebenfalls festgenommen . pol