Die Geschichte der „ausgegrabenen“ Turmuhr von Sankt Georg ist ein ganz eigenes Kapitel und – nach den Worten von Gerhard Schlee – „ein Highlight“. „Väter“ dieser Geschichte , die in der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins erzählt wurde, sind Klaus Kramer und Christian Plätzer, der Leiter des Heimatmuseums, in dem sich die Turmuhr jetzt auch befindet. Übrigens ebenfalls „ein Corona-Projekt“, das die beiden zwischen Frühjahr und Herbst 2020 beschäftigte (der FT berichtete).

In der Scheune des verstorbenen Höchstadters Alfred Wahlrab habe Klaus Kramer das Gestell der alten Turmuhr gefunden, berichtete Plätzer. Ein „Uhren-Schmied“ aus Schornweisach habe sie gefertigt. Als spannend habe sich herausgestellt, dass auf dem Gestell die Jahreszahl 1855 vermerkt war. „Das konnte nicht stimmen“, fand Plätzer. Viele Teile seien wesentlich älter. „Diese Technik war 1855 längst überholt.“ Vermutlich sei sie in diesem Jahr in den Turm gekommen.

Plätzer und Kramer hatten Experten zurate gezogen. Inzwischen sei ziemlich sicher, dass der Schornweisacher ein Uhrwerk „aufgegabelt“ und eingebaut hat, das bis zu 200 Jahre älter war. Vermutlich aus Kostengründen sei es in Höchstadt eingebaut worden. Danach habe es sogar einen Prozess gegeben. Auch habe sich herausgestellt, dass der Schornweisacher gar kein Uhren-Schmied, sondern ein Maurer war. See