Die Schriftzüge an der Wand weisen in die Kamillen-, Löwenzahn- oder auch Pfefferminzgruppe. Kein Wunder – schließlich sind wir in „der Kräutergemeinde“ am westlichen Ende des Landkreises. Dass dort der weltweit bekannte Teehersteller Maba zu Hause ist, hinterlässt Spuren – natürlich auch in der gemeindlichen Kindertagesstätte „Greuther Wichtel“.

Umso mehr, als sich das global agierende Unternehmen bei vielen Einrichtungen der Kommune, so auch bei der Kita , finanziell engagiert. Für „die Firma“, wie Bürgermeister Helmut Lottes gerne sagt, sei die Kinderbetreuung ein wichtiges Arbeitgeberargument. Unter den insgesamt 118 betreuten Kindern sind zehn „Gastkinder“ aus anderen Gemeinden sowie zehn Kinder von Eltern, die bei der Martin Bauer Group arbeiten. Als vor zwei Jahren die „Wichtel-Familie“ an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen war und dringend Kita-Container gebraucht wurden, griff das Unternehmen der Kommune unterstützend unter die Arme. Jetzt ist die Einrichtung bereits wieder randvoll.

Ein guter Ruf

„Wir haben einen so guten Ruf, dass Eltern aus Nachbargemeinden immer wieder bei uns um Plätze nachfragen“, sagt Kita-Leiterin Angelika Fischer. Bei näherem Betrachten wird auch klar, weshalb das so ist. Sieben Gruppen – der Hort in der Schule steht ebenfalls unter der Verantwortung der Kita-Leitung – werden von 18 pädagogischen Kräften betreut. „Und wir suchen weitere“, sagt Fischer. „Viele Kinder kommen im Krippenalter zu uns und gehen erst wieder nach dem Hort der vierten Klasse.“

So wird es auch im neuen Kita-Jahr ab September keine Neuaufnahmen, sondern nur den Übertritt von so genannten U3-Kindern in den Kindergarten geben. Bis zu sechzig Kinder essen auch jeden Tag in der Kita . Beim MSV, dem Service der Maba-Group, können die Eltern täglich ein warmes Mittagessen für ihr Kind ordern. In der Kita steht eine „Küchenfee“ zur Verfügung, die das Essen vorbereitet und verteilt.

In der „Kamillengruppe“ gibt es heute jedoch etwas ganz Besonderes: Selbst gemachte Pizza wird gebacken. „Das läuft unter pädagogisches Angebot“, sagt Angelika Fischer. Zum Angebot zählt auch, dass die Kita als „Naturpark-Kita“ ganz besonders den Schutz von Natur und Umwelt in den Kinderalltag einfließen lässt. 2019 hat die Marktgemeinde die Container angeschafft und durch einen Übergangstrakt mit dem bestehenden Kindergarten verbunden. Vor kurzem wurde beim Landratsamt um Verlängerung für weitere zwei Jahre nachgesucht. Wie komfortabel ein „Leben im Container“ sein kann, wird beim Gang durch die Räume deutlich. Dennoch sei es „ein Provisorium“, macht Bürgermeister Lottes deutlich. Innerhalb der nächsten zwei Jahre müsse eine Lösung für einen Festbau gefunden werden. Denn ein solcher könne nicht in ein paar Monaten aus dem Boden gestampft werden. Einen Neubau kann sich Lottes ebenso vorstellen wie einen Umbau, eventuell sogar des Rathauses. Nachdem die Verwaltung ohnehin in der VG Höchstadt ihren Sitz hat, brauche die Gemeinde im Rathaus nur wenig Platz, findet er. Die Planungen würden bereits laufen. Ein Architekt sei mit der Prüfung der verschiedenen Möglichkeiten beauftragt.

Bauplätze vergeben

Vermeiden möchte der Gemeindechef auf jeden Fall, „dass Kinder oder auch Senioren irgendwo auf die grüne Wiese gesetzt werden“. Schon vor Jahren hat Lottes daher die Richtung bestimmt: Auf der Anhöhe im Norden der Ortschaft soll ein richtiges Gemeindezentrum entstehen. Von den Kindern bis zu den Senioren sollen alle Generationen hier ihren Platz finden. Und – Lottes ist sich sicher, dass die Angebote auch nachgefragt werden: „Wir sind dabei, die Bauplätze für unser neues Baugebiet zu vergeben“, sagt er. Die Vielzahl der Bewerber mit kleinen Kindern , die für die im Bebauungsplan ausgewiesenen 17 Einzel- und zwei Mehrfamilienhäuser anstehen, werde man nicht alle unterbringen können.